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Geschasster „Falke“ Bolton : Harter Abgang eines Hardliners

John Bolton im Oval Office im Mai 2018 Bild: AP

Donald Trump hat seinen Nationalen Sicherheitsberater entlassen. Scheinbar gingen ihm die dauernden Konflikte mit John Bolton zu weit. Damit verschleißt Amerikas Präsident schon den dritten Inhaber des Postens.

  • -Aktualisiert am

          Er gilt als „Falke unter den Falken“ und warb stets für eine aggressive Außenpolitik: John Bolton, bis Dienstag der Nationale Sicherheitsberater im Kabinett von Donald Trump. Und weil der sich gern als „Dealmaker“ sieht, der auch mit Diktatoren unter vier Augen verhandelt, gab es regelmäßig Konflikte zwischen ihm und Bolton. Der 70 Jahre alte Bolton ist damit schon der dritte Nationale Sicherheitsberater, der gehen musste.

          Zuletzt hatte Bolton sich gegen die Verhandlungen mit den Taliban über einen Waffenstillstand in Afghanistan gestellt. Trump hatte Vertreter der Taliban erst nach Camp David einladen wollen, das Treffen dann aber abgesagt und die Verhandlungen für „tot“ erklärt.

          In den 17 Monaten, die Bolton im Weißen Haus war, widersprach er Trump bei vielen Themen. Der ehemalige UN-Botschafter plädierte dabei meist für das härteste Vorgehen, ob der Gegner nun Iran, Venezuela oder Nordkorea hieß. Bolton war dafür, in Iran einen Regimewechsel zu erzwingen und Nordkorea mit Präventivschlägen zum Aufgeben seiner nuklearen Rüstungspläne zu bringen.

          Trump folgte ihm zwar oft durch eine aggressive Rhetorik, setzte aber Boltons Wünsche meist nicht um. Einig waren sich der Präsident und sein Sicherheitsberater vor allem dort, wo beide internationale Allianzen und Verträge als Zeichen der „Schwäche“ ansahen. Die Rückzüge aus internationalen Abkommen wie dem Atomvertrag mit Iran waren so ganz in Boltons Sinne. Doch er hatte keinen leichten Stand: Von den Verhandlungen mit Nordkorea schloss ihn Trump sogar zeitweise aus.

          Andere Trump-Mitarbeiter warfen Bolton laut der „Washington Post“ in letzter Zeit vor, vertrauliche Informationen an die Presse weitergegeben zu haben. Er habe auch versucht, andere in seine Auseinandersetzungen mit Außenminister Mike Pompeo hineinzuziehen. Bolton habe insgesamt viel Unruhe gestiftet, weil er seine eigene Agenda statt die des Präsidenten voranbringen wollte. Laut der Zeitung glauben auch manche Mitarbeiter im Weißen Haus, dass der Sicherheitsberater gezielt Gerüchte streute, wonach Vizepräsident Mike Pence mit ihm in Sachen Taliban-Verhandlungen einig sei. Genau wie Bolton sei Pence gegen die Gespräche, hatten einige Zeitungen in den vergangenen Tagen gemeldet – Trump und sein Vize hatten das dementiert.

          Vertraute Trumps sollen sich immer wieder beim Präsidenten über Bolton beschwert haben. Trump ärgerte es besonders, wenn Berichte über diese Konflikte in die Öffentlichkeit drangen. Er selbst betonte stets, dass er kein Problem mit den Anschauungen des „Falken“ Bolton habe und dass er sich gern von verschiedenen Menschen beraten lasse. „Ich halte ihn im Zaum“, versicherte Trump einmal. Doch wenn die Konflikte Trump schwach oder planlos wirken ließen, dann erwies sich Bolton als eher schädlich. Trump soll sich besonders darüber geärgert haben, dass der Sicherheitsberater öfter bei Kongressmitgliedern anrief, um diese von seinen Ideen zu überzeugen.

          Eigentlich hatte Trump sich mit Bolton bewusst einen Hardliner ins Weiße Haus holen wollen, nachdem ihm Vorgänger H.R. McMaster zu besonnen agiert hatte. Bolton war zunächst für die Regierung von George W. Bush tätig, warb aggressiv für die Invasion in Irak 2003. Dann wurde er entgegen der Warnungen aus der eigenen Partei UN-Botschafter und verbrachte später viel Zeit damit, bei Fox News gegen die Regierung von Barack Obama zu agitieren.

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