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Fernsehinterview : Trump: Verstrickung Putins in Attentate wahrscheinlich

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Donald Trump empfindet Wladimir Putin im persönlichen Umgang als sehr hart (Archivbild Mitte Juli in Helsinki). Bild: AP

Die Beziehungen von Donald Trump zu Russland sorgen immer wieder für Gesprächsstoff. In einem Fernsehinterview geht Amerikas Präsident nun Kremlchef Putin hart an.

          Amerikas Präsident Donald Trump hält eine Verstrickung von Kremlchef Wladimir Putin in Attentate für möglich. Trump sagte dem amerikanischen Fernsehsender CBS auf die Frage, ob er zustimme, dass der russische Präsident in Attentate etwa durch Vergiftungen verwickelt sei: „Wahrscheinlich ist er es, ja. Wahrscheinlich.“ Er fügte hinzu: „Natürlich sollten sie das nicht tun.“ Amerikas Präsident betonte in dem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview, im persönlichen Umgang mit Putin trete er „sehr hart“ auf.

          Trump war im Juli für einen Auftritt mit Putin nach einem Gipfeltreffen der beiden Präsidenten in Helsinki in die Kritik geraten. Für Entrüstung in den Vereinigten Staaten sorgte damals, dass sich Trump bei der Pressekonferenz mit Putin nicht klar hinter die eigenen Sicherheitsbehörden stellte, die Russland Einmischung in die amerikanische Präsidentenwahl 2016 vorwerfen.

          Trump sagte in dem CBS-Interview, die Russen hätten sich eingemischt. „Aber ich denke, dass China sich auch eingemischt hat.“ Er halte China für das „größere Problem“. Der Präsident fügte hinzu: „Ich sage Russland, aber ich sage auch China.“

          Der frühere russische Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren im März in Großbritannien mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden und nur knapp dem Tod entkommen. Großbritannien macht russische Agenten für den Giftanschlag verantwortlich. Die Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich und Kanada hatten im vergangenen Monat erklärt, dass sie den britischen Ermittlungsergebnissen voll vertrauten. Diese Ergebnisse beinhalten auch, dass „diese Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf hoher Regierungsebene gebilligt wurde“. Russland dementiert jede Verantwortung für den Anschlag.

          Trump hält Klimawandel nicht mehr für „Scherz“

          Zudem wurde Trump in dem Interview nach dem globalen Klimawandel gefragt. Auch Trump hält diesen inzwischen für Realität, zweifelt aber an einer Verantwortung der Menschheit dafür. „Ich bestreite Klimawandel nicht“, sagte Trump. „Aber er könnte sehr wohl wieder zurückgehen.“ Er wisse allerdings nicht, ob Analysen von Wissenschaftlern zuträfen, wonach die Menschheit für die globale Erderwärmung verantwortlich sei. „Wissenschaftler haben eine politische Agenda“, sagte Trump.

          In der Zeit vor seiner Präsidentschaft hatte Trump wiederholt über Warnungen vor dem Klimawandel gespottet. So hatte er beispielsweise Ende 2013 auf Twitter geschrieben: „Globale Erderwärmung ist ein totaler, und sehr teurer, Scherz!“ Im vergangenen Jahr hatte er als Präsident den Ausstieg der Vereinigten Staaten aus dem von seinem Vorgänger Barack Obama mitverhandelten Pariser Klimaschutzabkommen angekündigt. In den vergangenen Tagen hatte der ungewöhnlich heftige Hurrikan „Michael“ schwere Verwüstung in mehreren amerikanischen Bundesstaaten angerichtet.

          Trump sagte CBS: „Man sagt, dass wir Hurrikane hatten, die viel schlimmer waren, als was wir gerade mit „Michael“ hatten.“ Auf die Frage danach, wen er mit „man“ meine, erwiderte Trump: „Leute sagen.“ Auf seine frühere Haltung zur Erderwärmung angesprochen, antwortete der Präsident: „Ich denke nicht, dass es ein Scherz ist.“ Trump betonte aber, er wolle durch Klimaschutzmaßnahmen nicht Millionen Jobs und Milliarden Dollar verlieren.

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