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Trump-Gegnerin : Warrens Gentest-Show

  • -Aktualisiert am

Die Senatorin Elizabeth Warren legt sich mit Präsident Donald Trump an. Bild: AP

Elizabeth Warren wollte sich gegen Donald Trump verteidigen – und ging ihm in die Falle. Mit dem Versuch nachzuweisen, dass sie von Ureinwohnern abstammt, setzte sich die Senatorin zwischen alle Stühle.

          Elizabeth Warren ist Donald Trump auf den Leim gegangen – und der Präsident feierte sich auf Twitter dafür. „Pocahontas, die schlechte Version, auch als Elizabeth Warren bekannt, kriegt ordentlich Prügel”, frohlockte Trump. Warren ist eine der profiliertesten demokratischen Senatorinnen und Gegnerinnen des Präsidenten. Sie könnte 2020 gegen ihn antreten, ist eine Favoritin vieler Linker – doch dummerweise behauptete sie auch, von Ureinwohnern abzustammen.

          Trump hatte sich deswegen seit Jahren über Warren lustig gemacht und ihr den Spitznamen „Pocahontas” verpasst – nach der Ureinwohnerin aus dem 17. Jahrhundert, die Schriftsteller und Filmemacher inspirierte. Im vergangenen Sommer versprach Trump dann bei einem seiner Kampagnen-Auftritte, eine Million Dollar an eine Wohltätigkeitsorganisation nach Warrens Wahl zu spenden, wenn sie einen DNA-Test mache.

          Genau das hat Warren nun getan: Kurz vor den Kongresswahlen am 6. November veröffentlichte sie das Ergebnis eines Gentests. Diese DNA-Tests sind in Amerika frei verkäuflich. Ahnenforschung ist eine Art Volkssport – und viele Menschen ordern im Internet eine Genanalyse, um herauszufinden, woher ihre Familie stammt. Das Ganze ist umstritten, denn es gibt keinen definitiven Beweis, dass etwa einzelne Länder in Europa als Herkunftsort von Urahnen ausgemacht werden können. Familiengeschichten sind da verlässlicher und werden nicht umsonst von den privaten Gentest-Firmen abgefragt. Definitive Aussagen über das, was Amerikaner bis heute als „Rasse” bezeichnen, lassen sich mit den Tests erst recht nicht machen. Populär sind sie trotzdem – schließlich geistern auch im 21. Jahrhundert noch Ansichten wie die „one drop theory” der Sklavenhalter im Lande herum, wonach jemand etwa „schwarz” sei, wenn er „einen Tropfen schwarzes Blut” habe.

          Carlos Bustamante, der Professor, der Elizabeth Warrens Genanalyse vornahm, lehrt an der Stanford Universität in Kalifornien und verdient nebenher Geld mit den Tests für eine private Firma. Sein Urteil: Warrens Vorfahren kommen zu 95 Prozent aus Europa, ein kleiner Anteil ihres Erbmaterials enthalte Hinweise auf Ureinwohner Amerikas als Ahnen, sechs bis zehn Generationen liege diese Verbindung demnach zurück. Die Senatorin veröffentlichte ein Video, in dem sie ihre Entscheidung zu dem DNA-Test begründete. Sie erhebe keinerlei Anspruch auf die Zugehörigkeit zu einer Ureinwohner-Nation. Im Video treten auch Warrens drei Brüder auf – sie sind Republikaner. Eine entfernte Cousine gehöre zur Cherokee-Nation, lernen die Zuschauer.

          Nun solle Trump dem „National Indigenous Women's Resource Center”, das sich um Ureinwohnerinnen kümmert, die versprochene Million spenden, forderte Warren bei Twitter. Der Präsident winkte gegenüber Reportern ab: „Wen interessiert das”, sagte er und legte auf Twitter nach: „Die Cherokee-Nation weist sie zurück, DNA-Test ist nutzlos. Nicht mal sie wollen sie haben. Unseriös!”

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