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„Geschichten erfunden“ : Trump bezichtigt Cohen der Falschaussage

  • Aktualisiert am

Schuld sind immer die anderen: Präsident Trump in Charleston Bild: AFP

Auf Twitter teilt Amerikas Präsident mächtig gegen seinen früheren Anwalt aus. Paul Manafort lobt er hingegen in höchsten Tönen.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat seinen früheren Rechtsanwalt Michael Cohen der Falschaussage vor Gericht bezichtigt. Trump insinuierte am Donnerstag auf Twitter, Cohen habe „Geschichten erfunden“, um mit der Staatsanwaltschaft eine strafmindernde Vereinbarung in seinem Verfahren um Finanzbetrug auszuhandeln. Cohen hatte den Präsidenten am Vortag vor einem Gericht in New York unter Eid schwer belastet.

          Hinsichtlich Cohens Geständnissen schrieb Trump weiter, Cohen habe sich in zwei Fällen Verstößen gegen die Wahlkampffinanzierung schuldig bekannt, die keine Verbrechen darstellten. Sein Amtsvorgänger Barack Obama sei an einer schweren Verletzung bei der Wahlkampffinanzierung beteiligt gewesen, und das sei schnell erledigt worden.

          Zynismus und überschwängliches Lob

          Wie üblich sendete Trump innerhalb einer kurzen Zeit gleich mehrere Tweets aus. Begonnen hatte seine jüngste Twitterkaskade mit einer offenkundig zynisch gemeinten Empfehlung: Wenn jemand einen guten Anwalt suche, empfehle er nachdrücklich, nicht die Dienste von Michael Cohen in Anspruch zu nehmen.

          Völlig anders äußerte sich der Präsident über seinen früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort, der von einem Gericht in mehreren Anklagepunkten schuldig gesprochen wurde. „Es tut mir sehr leid für Paul Manafort und seine wunderbare Familie“, schrieb Trump. Die „Justiz“, die er in Anführungszeichen setzte, habe sich unter anderem eines zwölf Jahre alten Steuerfalls bedient, um enormen Druck auf Manafort auszuüben. Im Gegensatz zu Cohen habe Manafort sich jedoch nicht brechen lassen, um einen Deal mit der Staatsanwaltschaft zu schließen. Trump schrieb über Manafort noch, der sei „ein sehr mutiger Mann“.

          In einem weiteren Tweet hob der Präsident den Umstand hervor, dass Manafort in zehn Anklagepunkten nicht schuldig gesprochen wurde, weil sich die Geschworenen nicht auf ein Urteil verständigen konnten. Das veranlasste ihn zu der Bewertung, es handele sich um eine „Hexenjagd“ der Justiz. Tatsächlich hatte das Gericht Manafort in dem Prozess um Steuerhinterziehung und Bankbetrug in acht von 18 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Ihm droht nun eine hohe Haftstrafe von bis zu 80 Jahren.

          Manafort managte Trumps Wahlkampf nur für wenige Monate, zwischen Juni und August 2016. Der Lobbyist und Politikberater bereitete unter anderem den Nominierungsparteitag vor, bei dem Trump zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gekürt wurde. Die meisten Vorwürfe, wegen der Manafort der Prozess gemacht wurde, sind jedoch älter.

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