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Interview vor Gipfel mit Putin : „Ich denke, die Europäische Union ist ein Gegner“

  • Aktualisiert am

Betrachtet die EU als Gegner: Donald Trump Bild: Reuters

Die EU betrachtet der amerikanische Präsident als Gegner der Vereinigten Staaten. In einem Fernsehinterview nennt er im gleichen Atemzug zwei weitere Konkurrenten. Die EU reagiert sofort.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die EU, Russland und China in einem Interview als „Gegner“ bezeichnet. In einem Interview für die Sendung „Face the Nation“ des Fernsehsenders CBS, das am Sonntag ausgestrahlt wurde, sagte Trump, seiner Ansicht nach hätten die Vereinigten Staaten „viele Gegner“. „Ich denke, die Europäische Union ist ein Gegner“, sagte er mit Verweis auf den Handelsstreit mit der EU.

          „Russland ist in gewisser Hinsicht ein Gegner“, sagte Trump, der am Montag in Helsinki erstmals den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem bilateralen Gipfel trifft. China sei ein „wirtschaftlicher Gegner, aber das heißt nicht, dass sie schlecht sind“. Das Land sei ein Konkurrent, sagte Trump in dem Interview, das am Samstag aufgezeichnet worden war.

          Widerspruch kam umgehend aus Brüssel. Amerika und die EU seien beste Freunde twitterte Donald Tusk, Präsident des Europäischen Rates. „Wer immer sage, wir sind Feinde, der verbreitet Fake News.“

          Trump griff abermals insbesondere Deutschland an. Die Bundesrepublik trage nicht ausreichend zur Verteidigung innerhalb der Nato bei. Zu gleicher Zeit kaufe Deutschland Russland Energie ab. Deutschland lasse große Beträge in die Kassen derer fließen, vor denen Amerika die Deutschen schütze.

          Der amerikanische Präsident hatte bereits beim Nato-Gipfel vor wenigen Tagen in Brüssel vor allem Deutschland angegriffen. Die Bundesrepublik mache sich zum „Gefangenen Russlands“. In Großbritannien wiederholte er seine Aussage, Deutschland beziehe bis zu 70 Prozent seiner Energie aus Russland. Nach deutschen Angaben sind es 23 Prozent.

          Schon vorher waren Äußerungen von Trump bekannt geworden, er wolle 2020 wieder bei der Präsidentenwahl antreten. Nach Gesprächsauszügen, die in der Nacht zum Sonntag vom britischen Boulevardblatt „Mail on Sunday“ veröffentlicht wurden, antwortete er auf die Frage, ob er noch einmal antreten werde: „Das ist meine volle Absicht. Es scheint, als wenn sich das alle wünschen.“ Das Interview hatte der britische TV-Reporter Piers Morgan am Freitag geführt.

          In dem Interview CBS wiederum sprach Trump auch über sein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montag in der finnischen Hauptstadt Helsinki. „Ich gehe mit geringen Erwartungen hinein, nicht mit hohen Erwartungen“, sagte er über das Treffen mit Putin. Er erwarte „nichts Schlechtes und vielleicht etwas Gutes.“ Die beiden Präsidenten wollen am Montagmittag im finnischen Präsidentenpalast zu ihrem ersten Gipfeltreffen zusammenkommen und dabei unter anderem über die Konflikte in Syrien und der Ukraine sprechen. Außerdem wollen sie über das Verhältnis der beiden größten Atommächte sprechen, das so gespannt ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Geplant sind ein Vier-Augen-Gespräch der Präsidenten, ein Treffen mit den Delegationen und eine gemeinsame Pressekonferenz. Die oppositionellen Demokraten appellierten eindringlich an Trump, Putin auf keinen Fall allein zu treffen. Sie forderten ihn außerdem auf, die neuen Anklagen gegen zwölf russische Geheimdienstmitarbeiter wegen Cyberangriffen gegen die Vereinigten Staaten zur Priorität des Treffens zu machen.

          Trump verbrachte das Wochenende in einem seiner Golfclubs in Schottland. Putin wollte sich unter anderem mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron treffen und beim Finale der Fußballweltmeisterschaft den Pokal mit überreichen.

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