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Trump in El Paso : Trösten, abwiegeln, spotten

Donald Trumps Besuch im texanischen El Paso wurde von Protesten begleitet. Bild: AP

Donald Trump besucht die Überlebenden der Amokläufe von Dayton und El Paso. Dabei spendet er nicht nur Trost, sondern greift zwischendurch auch seine Kritiker an – und spottet über die Konkurrenz.

  • -Aktualisiert am

          „Der Präsident wurde im Krankenhaus wie ein Rockstar empfangen“, twitterte Dan Scavino, Socialmedia-Verantwortlicher des Weißen Hauses, nachdem Donald Trump in Dayton in Ohio die Überlebenden des Attentats vom Sonntag besucht hatte. Im Miami Valley Hospital trafen Trump und Ehefrau Melania Menschen, die überlebt hatten, als ein junger Mann vor einer Bar neun Menschen erschoss. Das Krankenhaus, das 23 Opfer des Anschlags behandelt hatte, lud auch bereits entlassene Patienten ein, den Präsidenten zu treffen. Anschließend flogen Trump und die First Lady nach El Paso in Texas, um auch dort den Hinterbliebenen und den Verletzten des Massenmordes am Samstag ihre Anteilnahme auszusprechen. In beiden Städten wurde Trump von Demonstranten und Unterstützern erwartet. Manche Menschen stimmten „Trump, Trump“-Sprechchöre an, während andere Transparente mit Botschaften wie „Tun Sie endlich etwas!“ hochhielten. In Dayton ließen Trumps Gegner den bekannten „Trump Baby“-Ballon aufsteigen und forderten mit Blick auf die Waffenlobby: „Seien Sie kein Baby, wehren Sie sich gegen die NRA!“ In El Paso warteten ebenfalls viele Menschen mit selbst gemalten Schildern auf den Präsidenten, der dort eine Notaufnahme besuchte. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Beto O'Rourke hatte zuvor erklärt, Trump habe in seiner trauernden Heimatstadt nichts verloren.

          Das Weiße Haus hatte angekündigt, Trump werde die beiden Städte besuchen, um Trost zu spenden. Erwartet wurde, dass er die Themen Waffenkontrolle und Terror nicht an diesem Tag diskutieren und dass er die Reise auch nicht mit politischen Attacken zubringen würde. Doch Trump sah zu solcher Zurückhaltung keinen Grund. So griff er den Senator aus Ohio, Sherrod Brown, und die Bürgermeisterin von Dayton, Nan Whaley, an, nachdem er den gemeinsamen Termin dort beendet hatte. Auf dem Weg nach El Paso in Texas schrieb Trump: „Es war ein warmer und wundervoller Besuch. Großer Enthusiasmus und sogar Liebe. Dann sah ich, wie der verhinderte Präsidentschaftskandidat Sherrod Brown (0%) und Bürgermeisterin Whaley total falsch darstellten, was im Krankenhaus passierte.“ Die anschließende Pressekonferenz der beiden Demokraten sei ein „Betrug“ gewesen.

          Zwischendurch spottet Trump über Joe Biden

          Tatsächlich hatte Senator Brown bei der Pressekonferenz über Trumps Begegnung mit Patienten und Familien gesagt: „Sie leiden sehr, er hat sie getröstet. Er hat das Richtige getan. Melania hat das Richtige getan. Und es ist Teil seines Jobs, Menschen zu trösten. Ich bin froh darüber, dass er das in diesen Krankenzimmern getan hat.“ Bürgermeisterin Whaley berichtete, die Überlebenden seien dankbar gewesen, Trump zu sehen. Beide hatten den Präsidenten allerdings zuvor auch deutlich kritisiert. Brown gehörte zu den vielen Demokraten, die Trump und seine Äußerungen zu Einwanderern und missliebigen Kongressabgeordneten als rassistisch bezeichnet hatten. Whaley hatte seine Rhetorik spalterisch genannt. Aber keiner der beiden hatte behauptet, Trump sei in dem Krankenhaus nicht willkommen gewesen. „Das verwirrt mich“, sagte Whaley gegenüber CNN. „Wir haben gesagt, dass er herzlich aufgenommen wurde. Ich weiß nicht, was er mit der falschen Darstellung meint. Aber wissen Sie, er lebt in der Welt von Twitter.“

          Die Demokraten trieben unterdessen die politische Auseinandersetzung nach den Morden weiter voran. Dabei geht es zum einen um schärfere Waffengesetze und zum anderen um die Frage, ob Trump dafür Verantwortung trägt, wenn ein mutmaßlich rassistischer Gewalttäter wie der in El Paso sich auf ähnliche Gedanken bezieht wie er. Die Präsidentschaftskandidaten Joe Biden und Cory Booker hielten Reden, in denen sie Trump beschuldigten, mit rassistischen Äußerungen ein Klima der Gewalt geschaffen zu haben. Biden betonte in Burlington in Iowa vor allem die Besonderheiten Trumps und forderte dazu auf, den „Kampf um die Seele der Nation“ aufzunehmen. Booker sprach in der Emanuel AME Zion Kirche in Charleston, wo der Rechtsradikale Dylann Roof 2015 neun Menschen erschossen hatte. Er konzentrierte sich stärker darauf, dass Trump an eine lange Geschichte des Rassismus anküpfe, der „in unsere Gründungsdokumente als Nation eingeschrieben“ sei. „Ich sehe gerade dem schläfrigen Joe Biden bei seiner Rede zu“, twitterte Trump unterdessen auf dem Weg von einer trauernden Stadt in die andere. „Sooo langweilig! Die LameStream-Medien werden sterben bei den Quoten und Klicks mit diesem Kerl.“

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