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Trump-Anhängerin : „Die Proteste gegen Trump sind doch gekauft“

Donald Trumps erste Tage im Amt spalten Amerika: Viele gehen wegen seiner Dekrete auf die Straße – viele seiner Anhänger aber halten weiter zu ihm Bild: dpa

Jill Stinebaugh aus Ohio hat Donald Trump schon im Wahlkampf unterstützt. Nach seinen ersten Tagen im Amt ist sie mehr von ihm überzeugt denn je – trotz der massiven Proteste im ganzen Land. Ein Gespräch.

          Jill Stinebaugh, 68, lebt in Elmore, Ohio – und ist seit langem eine Trump-Anhängerin. Schon im Wahlkampf unterstützte sie den Republikaner als Mitglied des „Ottawa County Republican Women's Club“, einem Verein republikanischer Frauen aus der Gegend, der Veranstaltungen für Trump organisierte und im Bezirk um Stimmen für ihn kämpfte. Ottawa County war und ist Trump-Land – 57 Prozent der Wähler stimmten dort am 8. November für ihn. Und wie viele andere in Ohio hatte auch die pensionierte Krankenschwester Jill Stinebaugh genug von den Demokraten und der „verkommenen Elite“ im fernen Washington – Trump werde endlich „alles anders“ machen, hoffte sie Ende Oktober, als der deutsche Reporter sie besuchte. „Trump wird den schlechten Deals, die in Washington andauernd gemacht werden, für das Militär oder in der Außenpolitik, ein Ende bereiten, weil er ein guter Geschäftsmann ist“, sagte sie.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Mittlerweile ist Trump Präsident und hat Amerika schon nach wenigen Tagen im Amt tiefer gespalten als vielleicht kein anderer vor ihm. „Not my president“, nicht mein Präsident, rufen die Demonstranten, die an vielen Stellen des Landes gegen den Republikaner protestieren. Und Jill Stinebaugh? Ist auch ihre Begeisterung für Trump schon abgekühlt? Ein Anruf in Elmore, Ohio.

          **

          Mrs. Stinebaugh, Sie haben Donald Trump im Wahlkampf stark unterstützt. Stehen Sie immer noch hinter ihm?

          Aber natürlich, mehr denn je. Gemeinsam mit sechs anderen Frauen aus unserem Ottawa County Republican Women's Club bin ich am 20. Januar zur Amtseinführung nach Washington, D.C.,  gefahren, das mussten wir uns ansehen. Als seine Unterstützer durften wir sogar auf einen der drei Bälle am Abend gehen, den „Freedom Ball“. Es waren 25.000 Gäste, aber ich habe Donald Trump und Melania aus der Ferne gesehen. Es war so großartig!

          Wie haben Sie die Besucherzahl auf der Mall erlebt? Trump hat der Presse nach der Amtseinführung ja vorgeworfen, absichtlich zu niedrige Zahlen verbreitet zu haben.

          Ich finde, Trump hat recht mit seiner Kritik, es waren unglaublich viele Menschen auf der Mall, wir standen wie die Sardinen! Die Medien haben aber falsch berichtet – und sie haben auch vieles verschwiegen. Wir wurden von Demonstranten zum Beispiel teilweise daran gehindert, auf die Mall zu gelangen – und das ist an vielen Stellen passiert. Das war beängstigend, und darüber stand nichts in den Medien.

          Wenn Sie von „den Medien“ sprechen: In welchen informieren Sie sich denn?

          Ich informiere mich hauptsächlich online, weil ich den meisten großen Fernsehsendern nicht glaube, die gucke ich nicht. Ich lese, was meine Freunde auf Facebook posten und mache mir mein eigenes Bild. Ach ja, Bloomberg verfolge ich ein bisschen, und natürlich Breitbart. Das ist verlässlich.

          ... die Nachrichtenseite, die früher Trumps Chefberater Steve Bannon geleitet hat und die unter ihm immer wieder wegen rechter Parolen aufgefallen ist.

          Ich weiß, wer Steven Bannon ist und dass er bei Breitbart war, aber sonst habe ich nichts Schlechtes über ihn gehört oder gelesen. Ich denke, Donald Trump hat ein wirklich gutes Kabinett berufen. Er umgibt sich mit tollen Leuten, und Bannon gehört dazu. Ich stehe auch hinter dem, was Breitbart berichtet. Außerdem muss man sich nur mal ansehen, wen Obama in seiner Regierung hatte. Das war doch viel schlimmer!

          Die ersten Tage von Präsident Trump hat trotzdem viele Amerikaner verstört. Zehntausende gehen auf die Straße, Senatoren und Gouverneure protestieren lautstark und rufen zum Widerstand auf. Können Sie sie verstehen?

          Ganz ehrlich? Ich glaube, viele von denen werden von George Soros finanziert, das sind gekaufte Demonstranten.

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