https://www.faz.net/-gpf-a1264

Trump am Mount Rushmore : Alles auf eine Karte

  • -Aktualisiert am

Donald Trump am Mount Rushmore Bild: AFP

Fehlende Empathie oder eiskaltes Kalkül? Amerikas Präsident stempelt die Black-Lives-Matter-Bewegung zur linksfaschistischen Gefahr ab. Bang muss man fragen, wozu er sich angesichts schlechter Umfragewerte noch hinreißen lässt.

          2 Min.

          Donald Trump setzt alles auf eine Karte. Während die Vereinigten Staaten in die bisher schlimmste Phase der Corona-Pandemie eintreten, facht der Präsident die Flammen des Kulturkriegs an. Am Vorabend des Unabhängigkeitstages hätte Trump am Fuße von Mount Rushmore eine Kurskorrektur versuchen können. Im Schatten seiner dort in den Fels gehauenen, großen Amtsvorgänger George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt hätte er ein Zeichen geben können, dass er die Sorgen der Bevölkerung begriffen hat, dass auch er ein Präsident aller Amerikaner sein wolle. Statt dessen warnte er vor einem „neuen Linksfaschismus“, um die Black-Lives-Matter-Bewegung zu dämonisieren.

          Es sei dahingestellt, ob der Narzisst im Weißen Haus schlicht unfähig zu der Empathie ist, die in einer nationalen Gesundheitskrise beispiellosen Ausmaßes gefragt wäre, oder ob er einer kühl kalkulierten Wahlkampfstrategie folgt, wonach Ablenkung seine letzte Chance wäre, im November zu gewinnen. Die Verzweiflung im Team Trump muss jedenfalls groß sein. Im April, als Trump begonnen hatte, sich als oberster Krisenmanager zu inszenieren, hatten sich die Befürworter und Gegner seines Wirkens einmal fast die Waage gehalten. Jetzt aber bescheinigen fast 56 Prozent der Amerikaner Trump nach dem vom Portal „Real Clear Politics“ berechneten Umfragendurchschnitt eine schlechte Amtsführung, weniger als 42 Prozent halten zu ihm. Nationale Umfragen sehen den Demokraten Joe Biden, der wegen Corona nur noch einen Minimal-Wahlkampf führt, fast zehn Prozentpunkte vor Trump. In entscheidenden Bundesstaaten wird es extrem eng für Trump.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Schlag auf Schlag: Nicht jeder, der im Büro sitzt, ist produktiv.

          Langeweile im Beruf : 120.000 Euro für zwei Mails am Tag

          Es ist ein großes Tabu des Büroalltags: Manche Angestellte haben kaum etwas zu tun. Selbst hochbezahlte Anwälte klagen über Langeweile. Wie kann das sein?
          Wie viele Leute sich allein ins Grüne trauen, kann auch ein Gradmesser für die allgemeine Sicherheit einer Gegend sein (Symbolbild).

          Im Bikini in den Park : Dann gucken sie eben!

          Es ist heiß, und in der Wohnung ist es noch heißer. Also raus in den Park. Frauen kostet es häufiger Überwindung, sich allein im Bikini auf die grüne Wiese zu legen. Warum eigentlich? Und lohnt es sich?
          Der Traum vom Familienglück in den eigenen vier Wänden kann auch auf Zeit gelebt werden.

          Für junge Akademiker : Ob sich das Eigenheim auf Zeit lohnt

          Für Familien ohne Kapital ist es schwierig ein stadtnahes Eigenheim zu finanzieren. Jedoch kann man den Vermieter gegen eine Bank tauschen – und das Haus im Alter wieder verkaufen.