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Wahl in Amerika : Trumps zweifelhafte Geschäftsbeziehungen

  • -Aktualisiert am

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump verdienst viel Geld mit seinem Namen. Bild: AFP

Donald Trump sagt im Wahlkampf wenig über seine Geschäftsbeziehungen ins Ausland. Sicherheitspolitiker sehen darin ein Risiko und fordern den republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu Transparenz auf.

          Die „New York Times“ hat einen Offenen Brief von ehemaligen ranghohen Politikern und CIA-Mitarbeitern veröffentlicht. Unterzeichnet haben den Brief auch prominente Republikaner wie Michael Chertoff, der die Abteilung der Inneren Sicherheit unter George W. Bush leitete. Oder Michael Morell, ein ehemaliger CIA-Chef. Sie fordern den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump darin auf, seine internationalen Geschäftsbeziehungen offenzulegen. Der Brief beginnt mit folgendem Satz:

          „Donald Trump hat vor der amerikanischen Öffentlichkeit seine internationalen Geschäftsbeziehungen noch nicht offengelegt, auch wenn es zunehmend klar wird, dass seine Übersee-Verbindungen bedeutende Interessenkonflikte mit der amerikanischen Außenpolitik darstellen könnten.“

          Die mehr als 50 Unterzeichner stützen sich auf einen Artikel, der am 15. September auf der amerikanischen Nachrichtenseite „Newsweek“ erschien. Donald Trumps Geschäftsbeziehungen werden darin unter die Lupe genommen, insbesondere solche mit fragwürdigen Geschäftspartnern.

          Zunächst stellt der Artikel klar, dass Donald Trump in dem letzten Jahrzehnt weniger mit eigenen Projekten, sondern eher mit seinem Namen Profit gemacht habe. Er habe kaum eigene Gebäude gebaut, sondern vielmehr Geld dafür kassiert, dass Hotels und Türme seinen Namen tragen. Tatsächlich gibt es überall auf der Welt Golfplätze, Hotels und andere Gebäude, die seinen Namen tragen: Zum Beispiel in Panama City, Toronto, Hawaii, in Pune und Mumbai, in Istanbul und in Dubai (Trump Dubai Golf). Einige seiner Geschäftsbeziehungen könnten laut „Newsweek“ echte Interessenkonflikte entstehen.

          Beziehungen zum Erdogan-Kritiker

          Im südkoreanischen Seoul beispielsweise steht der Daewoo Trump World I Turm. Die Muttergesellschaft von Daewoo Engineering and Construction, die Daewoo Group, ging in Konkurs wegen 43 Milliarden Dollar Bilanzbetrug. Der Vorsitzende der Daewoo Group, Kimm Woo Choong, floh zunächst nach Nordkorea und wurde 2005 zu zehn Jahren Haft verurteilt.

          Die Trump Organization soll indes nach wie vor Geschäftsbeziehungen mit der Tochtergesellschaft pflegen. Trump sagte im Frühjahr dieses Jahres, Südkorea sollte seine militärische Verteidigung selbst schultern und Amerika sollte nicht länger dafür zahlen müssen. Problematisch daran ist, dass Daewoo, Trumps Partner, der einen Gebäudekomplex in Seoul unter seinem Namen errichtete, in verschiedenen anderen Geschäftsfeldern, unter anderen im Bereich Nuklearer Energie und als Waffenproduzent, tätig ist. Würden die Vereinigten Staaten tatsächlich Südkorea fortan sich selbst überlassen, könnte Daewoo davon profitieren.

          In der Türkei unterhält Trump Geschäftsbeziehungen mit der Dogan Gruppe, die in Istanbul im Jahre 2012 zwei Türme mit seinem Namen erbauen ließ. Zum einen wurde der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Aydin Dogan, wegen Ölschmuggels angeklagt. Zum anderen ist aber auch die Tatsache, dass der Unternehmer 1994 die traditionell regierungskritische Tageszeitung Hürriyet erwarb, von Bedeutung. Der türkische Präsident Erdogan hegt für beide – Trump und Dogan – Antipathien. Für ersteren wegen seiner offen antimuslimischen Haltung, für letzteren wegen der regierungskritischen Ausrichtung seiner Tageszeitung, oder wegen des mutmaßlichen Ölschmuggels. Im Juni erst forderte Erdogan, den Namen Trump von den Gebäuden zu entfernen. Das Verfahren wegen Ölschmuggels gegen Dogan läuft noch, Trumps Geschäftsbeziehungen mit Dogan wären allemal problematisch für die amerikanisch-türkischen Beziehungen.

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