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Trump gegen Maduro : „Wir können noch deutlich härter werden“

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Jair Bolsonaro und Donald Trump im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington Bild: Reuters

Der brasilianische Präsident Bolsonaro zu Gast im Weißen Haus: Donald Trump nutzte die Gelegenheit, um Venezuelas Staatschef Maduro zu drohen. Doch es ging auch um andere Themen.

          Donald Trump hat der venezolanischen Führung von Staatschef Nicolás Maduro mit weiteren, noch schärferen Sanktionen gedroht. „Wir haben noch nicht die härtesten Sanktionen verhängt“, sagte Trump am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro in Washington. „Wir können noch deutlich härter werden.“

          Die amerikanische Regierung hatte erst am Dienstag die venezolanische Führung mit weiteren Sanktionen belegt und diesmal den Goldsektor ins Visier genommen. Die amerikanische Regierung setzte das im Goldgeschäft tätige staatliche Bergbauunternehmen CVG und dessen Präsidenten auf die Sanktionsliste. Vermögen des Unternehmens und seiner Chefs in Amerika werden damit eingefroren und Geschäfte mit ihnen untersagt.

          Auf die Nachfrage, ob auch eine militärische Intervention Amerikas in Venezuela denkbar sei, sagte Trump zum wiederholten Mal: „Alle Optionen sind offen.“ Er fügte hinzu: „Wir werden sehen, was passiert.“ Die Entwicklung in Venezuela sei sehr traurig mit anzusehen. Es sei ein sehr reiches Land gewesen, doch unter Maduro gebe es dort kein Essen, kein Wasser, keinen Strom. Bolsonaro sagte mit Blick auf eine mögliche militärische Intervention, dies sei eine strategische Frage, die nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werde.

          Zwei Populisten treffen aufeinander

          In Venezuela tobt seit Wochen ein Machtkampf zwischen der Regierung und der Opposition. Juan Guaidó, Chef des entmachteten Parlaments, hatte sich Ende Januar zum Interimspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit offen herausgefordert. Zahlreiche Staaten, darunter auch Amerika und Brasilien, haben Guaidó als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt. Die amerikanische Regierung versucht seit Wochen, Maduro zum Rückzug zu drängen.

          Trump hat außerdem die Möglichkeit eines Beitritts Brasiliens zur Nato ins Spiel gebracht. Er beabsichtige, das südamerikanische Land als wichtigen Nicht-Nato-Verbündeten einzustufen. Möglicherweise sei auch ein Nato-Beitritt denkbar. Dazu seien jedoch noch viele Gespräche notwendig.

          Bolsonaro sagte, die militärische Zusammenarbeit mit Amerika sei ausgebaut worden. Trump erwähnte auch einen Weltraumbahnhof, von dem künftig vom äquatornahen Brasilien aus Raumflüge möglich werden sollen.

          Trump und Bolsonaro sind beide als Populisten am rechten politischen Rand angesiedelt. Sie wollen die Gunst der Stunde nutzen und die Beziehungen ihrer Länder auf neue Beine stellen. In jüngster Zeit waren in Brasilien Regierungen an der Macht gewesen, die Amerika gegenüber kritischer eingestellt waren.

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