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Nach Streit auf Twitter : May verurteilt Trumps Angriff auf Demokratinnen

  • Aktualisiert am

Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Theresa May ist nicht das beste. Bild: AFP

Amerikas Präsident ruft eine Gruppe Demokratinnen mit Migrationshintergrund auf, in ihre angeblichen Heimatländer zurückzukehren. Die Angesprochenen reagieren empört – auch die britische Premierministerin May kritisiert den Angriff.

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          Die britische Premierministerin Theresa May verurteilt Trumps Twitter-Botschaften an die Demokratinnen mit Migrationshintergrund scharf. Seine Aussagen über die Abgeordneten seien „völlig inakzeptabel“, sagte ein Sprecher Mays am Montag. Das Verhältnis zwischen May und Trump ist schwierig. Zusätzlich belastet wurde es zuletzt durch die Enthüllungen über geheime diplomatische Vermerke des inzwischen zurückgetretenen britischen Botschafters Kim Darroch über Trump.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte zuvor in einem weiteren Tweet eine Entschuldigung der Politikerinnen der oppositionellen Demokraten verlangt. Sie hätten „unfaire Sprache“ verwendet und „schreckliche Dinge“ gesagt. Viele Menschen seien wütend auf die Frauen und ihre „widerlichen“ Aktionen, so Trump.

          Der Präsident hatte am Sonntag mehrere Demokratinnen mit Migrationshintergrund zur Rückkehr in die Herkunftsländer ihrer Familien aufgefordert – und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Demokratische Präsidentschaftsbewerber wie Joe Biden und Elizabeth Warren warfen Trump am Sonntag Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vor. Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte, der Präsident spalte die Vereinigten Staaten.

          Trump nannte im Kurzbotschaftendienst Twitter zwar keine Namen; seine Äußerungen über „progressive demokratische Kongressabgeordnete“ waren aber unschwer erkennbar auf junge Wortführerinnen der Demokraten wie Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley gemünzt.

          Trump warf den Politikerinnen vor, den „Bürgern der Vereinigten Staaten, der größten und mächtigsten Nation der Erde, bösartig zu erzählen, wie unsere Regierung geführt werden muss“. Diese Frauen stammten aus Ländern, „deren Regierungen eine völlige Katastrophe, die schlechtesten, korruptesten und unfähigsten“ in der Welt seien. „Warum gehen sie nicht zurück und helfen dabei, die völlig zerrütteten und von Verbrechen durchsetzten Orte, von denen sie herkommen, wieder aufzubauen?“

          Die Vorfahren der in New York geborenen Ocasio-Cortez stammen aus dem amerikanischen Übersee-Territorium Puerto Rico. Tlaib, die in Detroit geboren wurde, hat palästinensische Wurzeln. Omar floh als Kind aus Somalia und kam als Flüchtling in die Vereinigten Staaten. Sie ist die erste schwarze Muslimin im Kongress. Die Afroamerikanerin Pressley wurde in Cincinnati geboren.

          Die vier Politikerinnen reagierten scharf auf Trumps Äußerungen. „Ich bekämpfe Korruption in UNSEREM Land“, schrieb Tlaib. „Ich tue es jeden Tag, indem ich als Abgeordnete Rechenschaft von Ihrer Regierung einfordere.“ Pressley schrieb über Trumps Tweets: „So sieht Rassismus aus. Wir sind, wie Demokratie aussehen sollte.“

          Ocasio-Cortez warf Trump vor, wütend zu sein, weil er sich die Vereinigten Staaten nicht als Land vorstellen könne, in dem Menschen wie sie ihren Platz hätten. Omar schrieb auf Twitter, Trump schüre „weißen Nationalismus“, weil er wütend sei, dass Politikerinnen wie sie im Kongress säßen und seine „hasserfüllte Agenda“ bekämpften.

          Scharfe Kritik an Trump äußerten auch prominente Präsidentschaftsbewerber der Demokraten. „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben keinen Platz in Amerika“, schrieb der frühere Vize-Präsident Biden. Senatorin Warren bezeichnete Trumps Äußerungen ebenfalls als „rassistisch und fremdenfeindlich“. Die afroamerikanische Senatorin Kamala Harris schrieb auf Twitter, Trumps „rassistische Attacke“ sei „un-amerikanisch“.

          Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Pelosi, wies Trumps Äußerungen als „fremdenfeindlich“ zurück. Sie zielten darauf ab, „unsere Nation zu spalten“. Pelosi selbst hat ein angespanntes Verhältnis zu Ocasio-Cortez und den anderen Abgeordneten. Sie befürchtet, eine zu liberale Agenda könne die Chancen der Demokraten mindern, Trump bei der Präsidentschaftswahl 2020 zu besiegen.

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