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Trumps Syrienpolitik : Sträfliche Kurzsichtigkeit

Aus Trumps Satz, jeder könne Syrien beim Schutz der Kurden helfen, „Russland, China oder Napoleon“, spricht nicht nur Sarkasmus, sondern sträfliche Kurzsichtigkeit. Bild: USA TODAY Sports

In einer Beziehung sitzen Trump und die Europäer in einem Boot: Distanz zu den Kriegsschauplätzen des Nahen Ostens bietet keinen Schutz.

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          Ja, die Amerikaner sind interventionsmüde. 18 Jahre nach „9/11“ sind amerikanische Truppen noch immer in Afghanistan präsent; das Kapitel „Irak“ war nicht das erfolgreichste in der Geschichte, aber eines der teuersten. Donald Trump hatte im Wahlkampf versprochen, Amerika nicht in neue Kriege zu verstricken; das wollte übrigens auch Obama partout vermeiden.

          Dennoch spricht aus Trumps Satz, jeder könne Syrien beim Schutz der Kurden helfen, „Russland, China oder Napoleon“, nicht nur Sarkasmus, sondern sträfliche Kurzsichtigkeit. Amerika ist Tausende Meilen vom syrisch-kurdischen Schauplatz entfernt. Ist es deswegen völlig immun gegen das, was dort geschieht? Kabul ist rund 11.000 Kilometer von New York entfernt. Was hat es Amerika gebracht, das Land als Basis des Terrorismus jahrelang vor sich hin faulen zu lassen? „9/11“!

          An den Folgen des Terrorangriffs trägt das Land noch heute. Dass die Europäer viel mehr tun müssten, ist auch wahr. Wenn in ihrer Nachbarschaft der Teufel los ist, treffen sie die Folgen mit voller Wucht; siehe Flüchtlingskrise. Distanz bietet heutzutage keinen Schutz.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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