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Angriff auf Syrien? : Der raketenselige Präsident

Der amerikanische Präsident Donald Trump am Montag bei einem Treffen mit ranghohen Vertretern des Militärs Bild: AFP

Mit der Sprache eines Rockerbanden-Bosses hat Donald Trump den Abschuss von Raketen auf Syrien angekündigt. Kennt seine frivole Unbeherrschtheit überhaupt keine Grenzen? Ein Kommentar.

          Man fragt sich wirklich, ob dieser Mann noch bei Verstand ist. Kennt seine frivole Unbeherrschtheit überhaupt keine Grenzen? Trumps jüngster Tweet an die Adresse Russlands, in dem er den Abschuss von Raketen auf Syrien in prahlend-schwärmerischem Ton ankündigt, ist unglaublich: „Mach Dich bereit Russland, denn sie (die Raketen) werden kommen, schön und neu und ,smart‘.“

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          So daherzureden in einem Konflikt, der zu einem militärischen Zusammenstoß Amerikas und Russlands führen könnte, verträgt sich nicht mit der Verantwortung eines Amtes, dessen Inhaber sich früher als Führer der freien Welt verstand. Das ist die Sprache eines Rockerbanden-Bosses. Sie steht für Präpotenz und Unberechenbarkeit, aber nicht für rationales Krisenmanagement.

          Natürlich kann und muss man sich darüber empören, dass in Syrien wieder Dutzende Menschen durch Giftgas zu Tode gekommen sind. Selbst wenn die Urheberschaft noch nicht eindeutig geklärt ist, so sehen maßgeblich Politiker im Westen in dem Regime des Baschar Assad den Urheber des Verbrechens.

          Die „schweren Indizien“ von denen Bundeskanzlerin Merkel sprach, sind zwar keine Beweise. Auch bei früheren Angriffen mit Chemiewaffen – aus welchen Beständen stammen die eigentlich? – war das so, bis dann kein Zweifel mehr an den Tätern bestand. Und hinter diesem Regime steht Russland. Dessen Intervention hat Assad es vor allem zu verdanken, dass er wieder fest im Sattel sitzt. Der russische Präsident ist der Patron eines Massenmörders, ob sich seine Diplomaten über diese Beschreibung empören oder nicht.

          Was also wird der amerikanische Präsident tun? Wird er einmalig Vergeltung üben wie vor einem Jahr, als ein syrischer Militärflugplatz das Ziel von Marschflugkörpern wurde – ein Angriff, der keinerlei Folgen für den militärischen und politischen Gang der Dinge hatte? Oder wird er einen größeren Einsatz anordnen, vielleicht mit Frankreich und Großbritannien an der Seite, und damit womöglich eine direkte Konfrontation mit Russland riskieren?

          Angesichts der Unberechenbarkeit Trumps kann man das nicht ausschließen, selbst wenn Amerikas Militärführung ihm davon abraten dürfte. Der Machtkampf in Syrien ist entschieden, strategisch gibt es dort nichts mehr zu gewinnen. Allenfalls kann Trump ein Zeichen setzen, dass Massenmord trotz allem nicht ungeahndet bleibt. Aber dann?

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