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Schwerer Schlag für Trump : Demokrat Jones gewinnt überraschend Senats-Nachwahl in Alabama

  • Aktualisiert am

Wahlsieger Doug Jones lässt sich in der Nacht zum Mittwoch von seinen Anhängern in Birmingham, Alamaba, feiern. Bild: AP

Blamage für Amerikas Präsidenten: Ein Jahr nach der Wahl von Donald Trump verlieren seine Republikaner in ihrer Hochburg Alabama einen wichtigen Senatssitz. Dafür ist ausgerechnet ein Mitglied von Trumps Anti-Establishment-Bewegung verantwortlich.

          Der Demokrat Doug Jones hat überraschend die Nachwahl für einen Senatssitz im seit Jahrzehnten von Republikanern beherrschten Bundesstaat Alabama gewonnen. Der Menschenrechtsanwalt Jones lag am späten Dienstagabend (Ortszeit) nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Urnen um mehrere Tausend Stimmen vor seinem republikanischen Kontrahenten Roy Moore. Der Vorsprung des Demokraten war damit uneinholbar, berichteten in der Nacht zum Mittwoch mehrere Medien, darunter die Zeitung „Washington Post“ und das auf den Kongress spezialisierte Medium „The Hill“.

          Die Niederlage von Roy Moore ist gut ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl eine schallende Ohrfeige für Präsident Donald Trump. Moore zählt zu Trumps Anti-Establishment-Bewegung. Der Präsident hatte bis zuletzt sein ganzes Gewicht für den republikanischen Kandidaten in die Waagschale geworfen. Noch am Wahltag lancierte er einen Appell an die Bürger in Alabama, Moore in die Washingtoner Kongresskammer zu wählen.

          Letzter Sieg eines Demokraten liegt Jahrzehnte zurück

          Moores Rivalen Jones hielt Trump unter anderem vor, „schwach“ in der Verbrechensbekämpfung und im Vorgehen gegen die illegale Einwanderung zu sein. Sein Wahlkampflager hatte noch am Wahltag klar gemacht, dass Moore auch gegen das Parteiestablishment der Republikaner zu Felde zieht. Im konservativ geprägten Südstaat Alabama liegt der letzte Sieg eines Demokraten Jahrzehnte zurück.

          Trump gratulierte Jones kurz nach dem Feststehen des Ergebnisses per Twitter zum Wahlsieg. „Glückwunsch an Doug Jones zu diesem hart umkämpften Sieg“, schrieb der Präsident. Dass Wähler eigene Kandidaten auf den Stimmzettel schreiben konnten, hätte eine große Rolle gespielt. „Aber ein Sieg ist ein Sieg“, so Trump. „Die Republikaner werden sehr bald wieder eine Chance auf diesen Sitz haben.“

          Beide Kandidaten hatten in Umfragen nahezu gleichauf gelegen. Die republikanische Partei war bei Moores Kandidatur gespalten, denn dem 70-jährigen früheren Richter am Obersten Gericht Alabamas wird vorgeworfen, vor Jahrzehnten Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Moore weist dies zurück. Zahlreiche republikanische Mitglieder des Senats hatten sich von Moore distanziert. Zuvor hatte er bereits mit fragwürdigen Äußerungen, etwa gegen Homosexuelle, für Aufsehen gesorgt.

          Die Niederlage in Alabama kommt in einer schwierigen Zeit für Präsident Trump. Seine Umfragewerte sind auf einem neuen Tief angelangt. Die republikanische Mehrheit im amerikanischen Senat schmilzt damit auf nur noch eine Stimme zusammen. Dies macht große Gesetzesvorhaben, etwa die bevorstehende Steuerreform, für Trump deutlich schwieriger.

          Der Senatssitz von Alabama war freigeworden, als der frühere Inhaber Jeff Sessions, ein Republikaner, zum Justizminister ernannt wurde.

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