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Neuer Bericht für den Kongress : Russlands Einmischung in Trumps Wahlkampf umfassender als bekannt

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Eine Zusammenstellung verschiedener Screenshots von Facebook-Seiten, die in Verbindung mit russischer Einflussnahme auf den Präsidentenwahlkampf 2016 vom Geheimdienstausschuss des amerikanischen Kongresses untersucht wurden Bild: EPA

Facebook, Twitter, Instagram: Russische Akteure haben in sozialen Medien Stimmung für Trump gemacht und so die Wahlen 2016 beeinflusst. Eine Studie zeigt nun, welches Ausmaß die Einmischung hatte – und welche Strategien dahintersteckten.

          Wie stark hat Russland den amerikanischen Präsidentenwahlkampf 2016 in den sozialen Medien beeinflusst? Seit der Wahl Donalds Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten wird diese Frage diskutiert. Ein Bericht für den amerikanischen Senat zeigt nun: Russische Akteure verbreiteten Propaganda auf allen großen Social-Media-Plattformen, nicht nur – wie bisher angenommen – vor allem auf Facebook. Außerdem begrenzte sich die Einflussnahme nicht auf die Zeit vor dem Wahltag, sondern verstärkte sich in der Zeit nach Trumps Wahl sogar noch, wie die „Washington Post“, der ein Entwurf zu der Studie vorliegt, berichtete.

          Der Bericht, für den ein Forscherteam Millionen Postings und Videos analysierte, zeigt auf, welche Strategie die russischen Akteure in den sozialen Netzwerken verfolgten: Sie schnitten ihre Botschaften genau auf die jeweilige Zielgruppe zu. Konservativen Wählern wurden Inhalte gezeigt, die für Trump warben. Zudem wurde versucht, bei ihnen mit Themen wie Waffengesetze oder Immigration Stimmung zu machen.

          Um Liberale vom Wählen abzubringen

          Als liberal eingestufte Wähler wurden der Studie zufolge hingegen gezielt verwirrt und abgelenkt – auch, um sie letztlich davon abzubringen, zur Wahl zu gehen. So erhielten sie demnach etwa falsche Informationen über den Wahlvorgang. Vor allem schwarze Amerikaner seien auf diese Weise adressiert worden.

          Dabei beschränkte sich die Einflussnahme der Studie zufolge nicht nur auf Facebook, sondern spielte sich auch auf anderen Social-Media-Kanälen wie Instagram und Youtube ab. Aber auch in kleineren Netzwerken wie Tumblr, Google+ oder Pinterest hätten die russischen Akteure versucht, Einfluss zu nehmen. Als Hauptakteur gilt die Internet Research Agency mit Sitz in Sankt Petersburg, gegen die die amerikanische Justiz bereits im Februar Anklage erhoben hat.

          Die Untersuchung ist die erste umfassende Studie zu diesem Thema, die dem Senat vorgelegt wird. Sie wurde vom Forschungsprojekt „Computergestützte Propaganda“ der Universität Oxford und der Netzwerkanalysefirma Graphika durchgeführt.

          Der Bericht stützt sich auf Daten, die von Facebook, Twitter und Google bereitgestellt wurden. Auf die entsprechenden Anfragen hätten die Firmen aber teilweise unkoordiniert und erst mit Verspätung reagiert, kritisieren die Autoren der Studie.

          In den Vereinigten Staaten laufen Untersuchungen darüber, ob und wie Moskau Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen genommen hat. Im vergangenen Jahr bestellte der Kongress etwa Vertreter von Facebook, Google und Twitter ein und verhörte sie zu den Vorwürfen.

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