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Trump und Putin : Ein Freundschaftsorden von Wladimir

  • -Aktualisiert am

Trump grüßt das Publikum bei einem Football-Spiel in Baltimore am Samstag Bild: AP

Moskau soll Donald Trump im Wahlkampf unterstützt haben? „Lächerlich“, findet der künftige Präsident. Warum seine unkritische Haltung gegenüber Russland und seine Feindseligkeit gegenüber Amerikas Geheimdiensten selbst Republikaner irritiert.

          In Washington zeichnet sich immer deutlicher ein Streit zwischen Donald Trump und dem republikanisch dominierten Kongress über Russland ab. Nicht nur Demokraten nehmen die jüngste Einschätzung der Geheimdienste sehr ernst, dass der Kreml mit Cyberattacken im Wahlkampf versucht habe, Trump zum Sieg zu verhelfen. Dieser aber unterstellt der CIA und den anderen Diensten Ahnungslosigkeit und versucht weiterhin, Moskau von jedem Verdacht freizusprechen. Außerdem regt sich im Senat Skepsis wegen der Kontakte des neuen Favoriten für das Amt des Außenministers, Rex Tillerson, zum russischen Präsidenten Wladimir Putin. Dass der Chef des Öl- und Gaskonzerns Exxon seit Jahrzehnten mit Putin Geschäfte macht und vom Kreml einen Orden verliehen bekommen hat, macht auch Republikaner nervös – zumal Exxon unter den Sanktionen leidet, die der Westen nach der Annexion der Krim verhängt hat.

          Andreas Ross

          Redakteur in der Politik.

          Am Freitag ließ Präsident Barack Obama eine Aufarbeitung der äußeren Einmischung in den Wahlkampf ankündigen. Bevor er am 20. Januar aus dem Amt scheidet, will er einen Untersuchungsbericht haben und möglichst viele Informationen öffentlich machen. Nach der Ankündigung wurden amerikanische Medien über neue Details informiert. Demnach haben die Dienste „im Konsens“ ihre Einschätzung verändert, wonach Russland lediglich das Ziel verfolgt habe, Zweifel an der Legitimität des Wahlverfahrens zu säen. Vielmehr sei es Moskaus Ziel geworden, dass Trump die Wahl gewinne. Der Republikaner hatte Putin als „starken Führer“ gerühmt und behauptet, Russlands Krieg in Syrien diene allein dem Kampf gegen den „Islamischen Staat“. Trumps Rivalin Hillary Clinton dagegen versprach Härte gegenüber dem Kreml. Putin wirft Clinton vor, während der Proteste gegen seine Herrschaft 2011 die Opposition unterstützt zu haben.

          Auch Server der Republikaner sollen gehackt sein

          Washingtons Dienste sehen offenbar keine Belege, dass die Kampagne das Wahlergebnis verändert hätte. Wie schon vor der Wahl bekannt war, stellten Ermittler bei zwei Cyberangriffen auf die Zentrale der Demokratischen Partei angeblich eindeutige „Muster“ fest. Demnach standen die ersten Hacker in enger Verbindung zum russischen Geheimdienst FSB, während die zweiten für den Militärgeheimdienst GRU tätig waren. In der zweiten Welle wurde auch das private E-Mail-Konto von Clintons Wahlkampfchef John Podesta gehackt. Die Beute dieser Cyber-Raubzüge wurde an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben, die Podestas Mails veröffentlichte.

          Neu ist nun, dass die amerikanischen Spione angeblich Personen beim GRU identifiziert haben, welche die Attacken beaufsichtigt hätten. Außerdem heißt es jetzt, auch die Server der Republikanischen Partei seien gehackt worden. Die erbeuteten Mails seien aber nicht veröffentlicht worden. Angesichts der enormen Unzufriedenheit des größten Teils der führenden Parteimitglieder mit Trump ist es wahrscheinlich, dass die E-Mails für die Konservativen mindestens so peinlich gewesen wären wie die der Demokraten für Clinton.

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