https://www.faz.net/-gpf-985ix

Russland-Ermittlungen : Sonderermittler nimmt Trump-Konzern ins Visier

  • Aktualisiert am

Sonderermittler Mueller (hier im Juni 2017 in Washington) nimmt nun den Trump-Konzern ins Visier. Bild: AP

Amerikas Sonderermittler Mueller knöpft sich bei seinen Untersuchungen offenbar die Unternehmen von Präsident Trump vor. Sie sollen ihre Geschäfte mit Russland offenlegen.

          1 Min.

          Amerikas Sonderermittler Robert Mueller hat von der Trump Organization, dem von Donald Trump gegründeten Mischkonzern, laut einem Zeitungsbericht sämtliche Dokumente über mögliche Geschäftsbeziehungen zu Russland angefordert. Bei dieser Aufforderung handelt es sich um eine sogenannte Subpoena, also eine Anordnung von rechtlich bindendem Charakter, wie die Zeitung „New York Times“ am Donnerstag unter Berufung auf zwei Insider berichtete.

          Muellers Ermittlungen beziehen sich im Kern auf die mutmaßlichen russischen Wahlkampfeinmischungen zugunsten des heutigen Präsidenten sowie mögliche illegale Absprachen zwischen dem Trump-Team und Moskau. Der Sonderermittler hat seine Untersuchungen allerdings im Laufe der Monate noch auf diverse andere Gebiete ausgeweitet.

          Dem Zeitungsbericht zufolge handelt es sich um seine erste bekannte Subpoena an die Trump Organization, in der Trump seine Geschäftsaktivitäten gebündelt hatte und die seit seinem Amtsantritt von seinen beiden erwachsenen Söhnen geleitet wird.

          Der Konzern erklärte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP, er kooperiere von jeher mit dem Sondermittler und antworte auf dessen „Anfragen“. Den Eingang der Subpoena bestätigte das Unternehmen allerdings nicht.

          Trump warnt Mueller

          Trump hatte den Sonderermittler im vergangenen Sommer davor gewarnt, das ursprüngliche Gebiet seiner Untersuchung zu verlassen und auch die Geschäftsaktivitäten seiner Familie ins Visier zu nehmen. Damit würde Mueller eine „rote Linie“ überschreiten, sagte er. Allerdings unterließ es der Präsident, für diesen Fall mit dem Rauswurf des Sonderermittlers zu drohen.

          Muellers Subpoena könnte sich laut „New York Times“ unter anderem auf das – nie umgesetzte – Bauprojekt eines Trump-Tower-Wolkenkratzers in Moskau beziehen. Der Kreml hatte im vergangenen Jahr bestätigt, 2016 eine E-Mail vom Rechtsberater der Trump Organization, Michael Cohen, erhalten zu haben, in der dieser um Unterstützung für das Projekt geben habe. Diesen Angaben zufolge soll die Mail aber nie an Staatschef Wladimir Putin weitergeleitet worden sein.

          Muellers Ermittlungen haben bislang zu Anklagen gegen vier frühere Trump-Berater geführt, darunter gegen seinen früheren Wahlkampfleiter Paul Manafort und seinen kurzzeitigen Sicherheitsberater im Weißen Haus, Michael Flynn. Auf sein Betreiben hin wurde außerdem Anklage gegen 13 russische Staatsbürger wegen mutmaßlicher Einmischungen in den amerikanischen Wahlkampf erhoben.

          Weitere Themen

          Der nicht mit der Zeit geht

          CSU-Fraktionschef Kreuzer : Der nicht mit der Zeit geht

          Fraktionschef Thomas Kreuzer steht für die traditionelle CSU, während um ihn herum Söder immer flexibler und Dorothee Bär immer digitaler wird. Gerade deswegen könnte er in der Partei noch gebraucht werden.

          Topmeldungen

          Impeachment-Ermittlung : Trumps Flucht nach vorn

          Der Stabschef des Präsidenten gibt zu, dass Militärhilfe für Kiew an parteipolitische Bedingungen geknüpft wurde. Trump will so tun, als wäre das ganz normal – und könnte damit durchkommen.
          Mittlerweile gehören sie zum Treppenhaus wie Fußabtreter.

          Der Wohn-Knigge : Schuhterror im Hausflur

          Kein Mehrfamilienhaus ohne ausgelatschte Schuhe im Hausflur. Zur Frage, ob man die müffelnden Sandalen seiner Nachbarn ertragen muss, hat unsere Autorin eine klare Meinung.
          Oliver Zipse

          F.A.S. exklusiv : BMW baut den i3 weiter

          Neue Manager, mehr Tempo: BMW-Chef Oliver Zipse baut den Konzern um. An dem teuren Elektroauto i3 hält er aus gutem Grund fest, wie er in seinem ersten Interview sagt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.