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Rückzug vom Abzug : Trump will doch Soldaten in Syrien lassen

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Gehen oder bleiben? Amerikanisch unterstützte Truppen Mitte Februar im Osten Syrien im Einsatz gegen den IS. Bild: AFP

Donald Trump wollte die amerikanischen Soldaten aus Syrien abziehen. Wem nutzt das Vakuum? Droht eine Eskalation? Nun sollen doch rund 200 Soldaten in Syrien bleiben.

          Auch nach dem Truppenabzug aus Syrien sollen rund 200 amerikanische Soldaten zur Friedenssicherung in dem Bürgerkriegsland bleiben. Die amerikanische Regierung wolle diese kleine Gruppe von Soldaten noch für eine gewisse Zeit in Syrien lassen, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Donnerstag. Die Truppe solle zur „Friedenssicherung“ für eine gewisse Zeit in Syrien bleiben.

          Präsident Donald Trump hatte Mitte Dezember überraschend angekündigt, alle 2000 amerikanischen Soldaten würden aus Syrien abgezogen – und damit Entsetzen bei Verbündeten wie auch teilweise im eigenen politischen Lager ausgelöst. Trump begründete den Schritt damals damit, dass die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) besiegt sei und damit das Ziel des amerikanischen Einsatzes erreicht.

          Seither hat der Präsident seine Ankündigung zu dem Truppenabzug allerdings wieder stark relativiert. Verbündete Staaten wie auch Vertreter von Trumps Republikanern halten einen vollständigen Abzug für verfrüht.

          Die Vereinigten Staaten unterstützen in Nord-Syrien die kurdische YPG-Miliz im Kampf gegen den IS. Die Kurden befürchten nach einem amerikanischen Abzug eine Offensive der Türkei auf syrischem Gebiet. Die Türkei sieht die YPG als Terrororganisation an und hat angekündigt, sie zu zerschlagen.

          Zuvor hatten Trump und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan miteinander telefoniert und über die Lage in Syrien gesprochen. Die beiden Staatsoberhäupter hätten sich darauf verständigt, weiter an der Einrichtung einer möglichen Sicherheitszone in Nord-Syrien zu arbeiten, teilte das amerikanische Präsidialamt mit. Beide Länder arbeiten seit längerer Zeit daran, eine solche Zone im Norden Syriens zu schaffen.

          Dies würde auf Kosten der mit der Türkei verfeindeten Kurden gehen. Die Vereinigten Staaten sehen sich dagegen den Kurden moralisch verpflichtet, die einen großen Teil zum militärischen Bezwingen des Terrornetzwerkes IS beigetragen haben. Die Gespräche sollen am Freitag auf Ebene der Verteidigungsministerien und der Streitkräfte fortgesetzt werden.

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