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Rückzug der UN-Botschafterin : Haley hält sich bedeckt

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UN-Botschafterin Nikki Haley und Amerikas Präsident Donald Trump Bild: AP

Die scheidende amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hat allen Spekulationen über ihre politischen Ambitionen eine Absage erteilt. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie keine hat.

          „Nein, ich trete 2020 nicht an”, sagte Nikki Haley, als sie neben dem Präsidenten im Oval Office saß und ihren Rückzug als UN-Botschafterin ankündigte. „Ich kann Ihnen versprechen, was ich machen werde: Ich werde für den hier Wahlkampf machen. Also freue ich mich darauf, den Präsidenten bei seiner Wiederwahl zu unterstützen.” Deutlicher kann ein Dementi kaum ausfallen. Nachdem Haleys Entscheidung bekannt geworden war, hatten viele spekuliert: Könnte die ehemalige Gouverneurin von South Carolina eine Gefahr für Trump werden? Dann wäre es tatsächlich klug von ihr, durch den Abschied Distanz zwischen sich und die jetzige Regierung zu bringen. Andere brachten eine eventuelle Nachfolge von Lindsey Graham, dem Senator aus South Carolina, ins Spiel. In Trumps Personalkarussell könne der möglicherweise Jeff Sessions ersetzen. „Ich habe null Verlangen danach, dem Kabinett anzugehören”, versicherte Graham umgehend.

          Nikki Haley ist eine der wenigen Politikerinnen, die das Trump-Team verlassen und durch die Zeit in seiner Regierung nicht als politisch beschädigt gelten. Im Gegenteil – viele halten die 46 Jahre alte Politikerin für eine Hoffnungsträgerin der Republikaner. Bis Ende dieses Jahres will sie noch UN-Botschafterin bleiben, dann wird sie den Posten niederlegen. Trump betonte bei der gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag, dass es keinen Konflikt gegeben habe. Er wollte auch bereits seit einem halben Jahr von dem Schritt gewusst haben. Haley habe damals erklärt, dass sie nach zwei Jahren im Amt eine „Pause” einlegen wolle. Die UN-Botschafterin habe einen „fantastischen Job” gemacht, sagte der Präsident – nein, genauer, beide hätten „gemeinsam einen fantastischen Job” gemacht.

          Haley wich bei den Vereinten Nationen gelegentlich von der Politik des Präsidenten ab – so verurteilte sie Russland im Konflikt um die Krim-Annexion wesentlich deutlicher als die Regierung in Washington. Als sie im Fernsehen neue Sanktionen gegen Russland ankündigte und Trump meinte, sie sei vielleicht durcheinandergekommen, hatte Haley ungerührt erklärt: „Ich komme nicht durcheinander.” Trotz solcher Konflikte verstand sie sich als loyale Unterstützerin Trumps. „Wenn ich den Präsidenten angreife, mache ich das direkt. Das hätte mein anonymer Kollege auch machen sollen”, schrieb sie, als manche in ihr die Verfasserin eines anonymen Artikels über einen angeblichen Widerstandszirkel im Weißen Haus sehen wollten.

          Dass sie vor Kritik an Trump nicht zurückschreckte, brachte Haley bei vielen den Ruf ein, eine moderate Kraft in seiner Regierung zu sein. Die UN-Botschafterin machte allerdings die meiste Zeit Politik im Sinne von Trumps „America First”-Agenda. Sie verteidigte einige der umstrittensten Entscheidungen der Regierung – so etwa den Rückzug aus dem UN-Menschenrechtsrat und der Unesco. Haley setzte auch Trumps Linie gegenüber den Mitgliedsstaaten um – demnach sollen die anderen Länder mehr bezahlen und die Amerikaner kürzen ihre Beiträge drastisch. Haley hatte auch bereits damit begonnen, den Anteil der Vereinigten Staaten an einigen Friedensmissionen zu verringern. In ihr hatte Trump auch eine entschiedene Fürsprecherin seiner Nahost-Politik. Sie vertrat seine Entscheidung, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, ebenso entschieden wie die Kürzung von Hilfen für Palästina.

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