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Kommentar : Keine schlechte Nachricht

Kurz vor dem Rücktritt: Michael Flynn bei der gemeinsamen Sicherheitskonferenz von Amerikas Präsident Donald Trump und Kanadas Premierminister Justin Trudeau Bild: AFP

Der Abgang von Trumps Sicherheitsberater Michael Flynn nach nur drei Wochen lässt diejenigen, die ihn ausgewählt haben, ziemlich dumm aussehen. Trotzdem ist er ein Zeichen wachsender Professionalität im Weißen Haus.

          Es gibt im Kabinett Trump einige ehemalige Militärs, und die stehen eher für Berechenbarkeit, Professionalität und Bündnistreue. Der ehemalige Generalleutnant und Chef des Militärgeheimdienstes DIA Michael Flynn war die Ausnahme. Trumps Kurzzeit-Sicherheitsberater hat ein aufbrausendes Temperament, ist unberechenbar  – und war in der Vergangenheit durch sehr enge Kontakte zum russischen Präsidenten Putin aufgefallen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Diese „Russian connection“, wenn auch eine Variante jüngeren Datums, wurde ihm jetzt zum Verhängnis: Flynn hatte noch vor dem Amtsantritt mit dem russischen Botschafter in Washington über die vom damaligen Präsidenten Obama verhängten Sanktionen gesprochen. Das war gesetzeswidrig; Flynn hatte darüber dem künftigen Vizepräsidenten Pence zudem die Unwahrheit gesagt.

          Sein Rücktritt ist deshalb erstens folgerichtig und zweitens ein Ausdruck wachsender Professionalität im Weißen Haus, das sich nicht alles bieten lassen will und kann – und offenbar auch nicht von Flynns Rat begeistert war. Denn es fällt ja auf, dass dem neuen Präsidenten gegenwärtig eine weltpolitische Lektion nach der anderen erteilt wird.

          Flynn steht für Ideologie

          Die Realitäten in der Welt sind eben andere als in der Kampfzone der Verantwortungslosigkeit, im Wahlkampf, behauptet. Flynn steht für Ideologie, weniger für kühle, pragmatische Interessenabwägung in einer extrem komplizierten sicherheitspolitischen Landschaft.

          Sein Abgang nach gut drei Wochen im Amt lässt diejenigen, die ihn im vergangenen Spätherbst ausgewählt haben, ziemlich dumm aussehen. Aber eine schlechte Nachricht ist er dennoch nicht.

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