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Unmut über Trump-Bericht : Reden Muellers Mitarbeiter?

Demonstranten fordern am 4. April auf dem New Yorker Time Square die Veröffentlichung des Mueller-Berichts. Bild: AFP

Knapp zwei Jahre mieden seine Mitarbeiter konsequent alle Journalisten. Nun macht sich im Team von Sonderermittler Mueller offenbar Frust darüber breit, wie Justizminister Barr mit den Ermittlungsergebnissen zu Trump umgeht.

  • -Aktualisiert am

          Fast zwei Jahre lang waren ihr Disziplin und ihre Verschwiegenheit legendär: Die Ermittler um Robert Mueller, die Verbindungen des Trump-Teams nach Russland untersuchten, mieden konsequent alle Journalisten. Kaum jemals drang etwas nach außen, das nicht bekannt werden sollte. Doch nachdem Justizminister William Barr vor knapp zwei Wochen seine Zusammenfassung des Abschlussberichts von Mueller veröffentlichte, scheinen sich manche nicht mehr an diese Verschwiegenheit zu halten. Die „New York Times“, die „Washington Post“ und der Fernsehsender NBC berichteten über den angeblichen Frust in Muellers Umfeld. Laut der „Times“ seien einige seiner Mitarbeiter unzufrieden damit, wie Barr die Ergebnisse ihrer Arbeit darstelle. Außerdem sollen die Ermittler dem Minister mehrere Versionen einer Zusammenfassung angeboten haben – der schrieb dann doch lieber seine eigene.

          Barr ließ dem Kongress diese Schlussfolgerungen vorvergangenes Wochenende zukommen. Demnach hatten die Ermittler keine Hinweise auf umfassende Absprachen des Trump-Teams mit Russland im Wahlkampf 2016 gefunden. Im Hinblick auf den Vorwurf der Justizbehinderung habe Mueller sowohl Indizien dafür als auch dagegen gesammelt – der Minister kam daraufhin zu dem Ergebnis, es gebe auch hier keinen hinreichenden Tatverdacht gegen Trump. Die Demokraten wollten sich damit nicht zufriedengeben und äußerten, dass Barr schließlich von Trump ernannt worden sei, nachdem dieser mit seinem ersten Justizminister Jeff Sessions gebrochen hatte.

          Gegen Barrs Zusammenfassung regt sich nun also angeblich Widerstand in Muellers Team. Journalisten der „New York Times“ behaupten unterdessen nicht, dass sie mit den Ermittlern direkt gesprochen hätten. Eher scheinen einzelne Mitarbeiter des Sonderstaatsanwalts ihre Gedanken mit Vertrauten geteilt zu haben, die dann mit Medienvertretern sprachen. Die „Washington Post“ will auf diesem Wege ebenfalls erfahren haben, dass der Mueller-Bericht die Fälle von mutmaßlicher Justizbehinderung als wesentlich ernster beschreibe als es in Barrs Zusammenfassung den Anschein habe. NBC berichtete von ähnlichen „Leaks“. Alle drei blieben aber vage, was die Zahl der Unzufriedenen und ihre Bedeutung in Muellers Team angeht. Laut der „Times“ könne man immerhin 19 Anwälte, 40 FBI-Mitarbeiter und „weiteres Personal“ zur Mannschaft zählen. Die Berichte weisen erstmals auf Spannungen zwischen Mueller und Barr hin. Beide Männer sind befreundet und haben darüber hinaus schon lange beruflich miteinander zu tun: Mueller arbeitete als Abteilungsleiter im Justizministerium, als Barr unter George H.W. Bush bereits Minister war.

          Die Demokraten sehen sich durch die neuen Berichte unterdessen in ihren Forderungen bestätigt. Nur, wenn der Kongress und die Bürger Muellers Bericht lesen könnten, lasse sich auch beurteilen, was der Sonderermittler tatsächlich herausgefunden habe. In der Zwischenzeit will die Partei im Abgeordnetenhaus versuchen, die Veröffentlichung durch Vorladungen zu erzwingen und so auch an die Beweisdokumente aus den Ermittlungen heranzukommen.

          Für die Unterstützer von Donald Trump dagegen ist klar: die Demokraten sind vor allem schlechte Verlierer und wollen sich nicht damit abfinden, dass die Untersuchungen unspektakulär zu Ende gingen. Trump twitterte, die „New York Times“ habe keine echten Quellen für ihre Geschichte und sei eine „Fake-News-Zeitung“. Barr erklärte vor Kurzem, eine redigierte Version des Mueller-Berichts könne bereits im April veröffentlicht werden. Bis das geschieht, werden die Spekulationen und vermeintlichen „Leaks“ weitergehen.

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