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Tillerson äußert sich zu Trump : „Herr Präsident, das kann man so nicht machen“

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Der frühere amerikanische Außenminister Rex Tillerson bei seinem Abschied von Mitarbeitern des Außenministeriums im März 2018 Bild: AFP

Mehr als ein Jahr diente Rex Tillerson im Weißen Haus – bis Trump ihn im März entließ. Nun zeichnet er ein unvorteilhaftes Bild des amerikanischen Präsidenten. Dessen heftige Antwort lässt nicht lange auf sich warten.

          Donald Trumps früherer Außenminister Rex Tillerson hat in einer seiner seltenen öffentlichen Äußerungen ein unvorteilhaftes Bild seines früheren Chefs gezeichnet. Trump habe ihn öfter gebeten, Dinge zu tun, die ungesetzlich seien, sagte Tillerson nach amerikanischen Medienberichten auf einer Spendenveranstaltung in Houston (Texas). Zuerst hatte der „Houston Chronicle“ über die Äußerungen berichtet.

          „Oft sagte der Präsident: „Das will ich machen und ich will es auf diese Art machen““, erklärte Tillerson. „Und ich habe dann immer gesagt, Herr Präsident, ich verstehe, was sie wollen, aber das kann man so nicht machen. Es verletzt das Gesetz“, fuhr Tillerson fort. Trump habe dann am Ende solcher Unterredungen oft frustriert reagiert.

          Zudem vertraue Trump lieber auf sein Bauchgefühl denn auf Berichte. Zudem sei Tillerson der Wechsel von Exxon Mobil, seinem früheren Arbeitgeber, ins Weiße Haus schwergefallen. Es sei hart gewesen „für einen Mann zu arbeiten, der ziemlich undiszipliniert ist, ungern liest, sich Berichte von Besprechungen nicht anschaue, sich ungern detailliert in Sachverhalte einarbeitet und stattdessen einfach sagt: „Das ist es, was ich glaube““, zitiert die CNN-Reporterin Kaitlan Collins den früheren Außenminister.

          In Reaktion auf die Ausführungen Tillersons bezeichnete Trump seinen früheren Mitarbeiter als „dumm wie ein Stein“. Über Twitter teilte der Präsident mit: „...Rex Tillerson hatte nicht die geistigen Fähigkeiten für den Job (des Außenministers, d. Red.). Er war dumm wie ein Stein und ich konnte ihn nicht schnell genug loswerden. Er war faul wie die Hölle.“ Tillersons Nachfolger Mike Pompeo mache hingegen einen „großartigen Job“, so Trump.

          Die Schilderungen des ehemaligen Ölmanagers Tillerson passen in das Bild, das mehrere Buchautoren, darunter der Watergate-Enthüller Bob Woodward, von Trump im Weißen Haus gezeichnet hatten. Tillerson wurde von Trump nach etwas mehr als einem Jahr im Amt entlassen – er soll während eines Auslandaufenthaltes per Twitter davon erfahren haben.

          Tillerson erklärte bei dem Auftritt auch, er habe während seiner Zeit als Außenminister ein klares Bild von Russlands Staatschef Wladimir Putin entwickelt. Putin sei sehr kalkulierend und spiele „dreidimensionales Schach“. Er wolle den Einfluss der Vereinigten Staaten in der Welt untergraben. Auf die Frage, ob Russland die Präsidentschaftswahlen beeinflusst habe, antwortete Tillerson, dass dies „außer Frage stehe“ und ein solcher Eingriff von den Geheimdiensten gut dokumentiert sei.

          Der ehemalige Außenminister äußerte auch Bedenken zum Umgang Trumps mit seiner Wählerschaft. „Ich will ehrlich sein, es besorgt mich, dass das amerikanische Volk so wenig über bestimmte Probleme wissen will, dass es sich mit 240 Zeichen zufrieden gibt“, sagte Tillerson. Dies sei jedoch nicht als Kritik an Trump zu verstehen, sondern vielmehr eine Sorge, die sich auf „uns als Amerikaner und auf uns als Gesellschaft und auf uns als Staatsbürger“ beziehe. 240 Zeichen ist das Maximum für eine Nachricht auf Twitter, Trumps favorisiertes Medium für direkte Nachrichten an die Amerikaner.

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