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Rex Tillerson : Trumps Wunsch-Außenminister sieht Russland als Gefahr

  • Aktualisiert am

Rex Tillerson Bild: AFP

Donald Trump will Rex Tillerson zum Außenminister machen. Doch der Ex-Ölmanager muss sich zuerst einer Anhörung stellen. Im Mittelpunkt: sein vielkritisiertes Verhältnis zu Moskau.

          Donald Trumps Wunsch-Außenminister Rex Tillerson gibt sich in seiner Anhörung im Senat kritisch gegenüber Russland und geht damit auf seine eigenen Kritiker zu. Die Handlungen der russischen Regierung seien eine Bedrohung, sagte Tillerson am Mittwoch. Russland stelle heute eine Gefahr dar. Allerdings sei die Regierung in Moskau berechenbar. Es gehe ihr um die eigenen Interessen.

          Die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim sei unrechtmäßig gewesen, sagte Tillerson. Russland habe sich damit Territorium angeeignet, auf das es kein Anrecht habe. Er sei von der Annexion überrascht worden, so Tillerson weiter. Mit seinen jüngsten Aktivitäten habe Russland amerikanische Interessen missachtet.

          Tillerson grenzte sich damit von seinen früheren geschäftlichen Beziehungen zu Russland ab. Als Präsident des weltgrößten Erdölkonzerns ExxonMobil hatte er enge Verbindungen zur Regierung von Präsident Wladimir Putin unterhalten. Unter anderem deshalb ist Tillerson bei den Mitgliedern des Ausschusses umstritten. Vielen gilt er als viel zu positiv eingestellt gegenüber Russland – und das in Zeiten, in denen die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu dem Land so schlecht sind wie seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr. 2014 etwa lehnte Tillerson Sanktionen gegen Russland wegen dessen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim ab. Zwei Jahre zuvor erhielt er den Freundschaftsorden von Russland verliehen.

          Andererseits wird bezweifelt, dass Tillerson eine Wandlung vom Geschäftsmann zum Chefdiplomaten gelingen würde. Ein politisches Amt hatte der 64-Jährige bislang nicht inne.

          Der Senatsausschuss kann die Ernennung Tillersons zum Außenminister allerdings ablehnen. Einer der prominentesten Senatoren in dem Gremium ist der Republikaner John McCain, früher selbst Präsidentschaftskandidat der Republikanischen Partei. Auf die Frage, ob er Tillerson unterstützen könne, zitierten die Medien McCain kürzlich mit den Worten: „Na klar. Es gibt auch ein realistisches Szenario, wonach Schweine fliegen.“

          Tillersons Anhörung wurde überschattet von Berichten über kompromittierendes Material, das Russland angeblich über den künftigen Präsidenten Donald Trump gesammelt haben soll. Trump hatte Putin zuvor als „sehr klug“ bezeichnet und wiederholt angekündigt, Amerikas Beziehung zu Russland verbessern zu wollen. Unter diesem Aspekt schien es schlüssig, dass seine Wahl auf Tillerson fiel.

          Die Polizei führt einen Demonstranten ab, der bei der Anhörung gegen Tillerson protestierte.

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