https://www.faz.net/-gpf-9ppm8
Bildbeschreibung einblenden

Republikaner unter Trump : Partei der weißen Männer

Zuhörer bejubeln einen Auftritt Donald Trumps in North Carolina Mitte Juli. Bild: AP

Die jüngsten Rückzüge von republikanischen Abgeordneten sorgen für Unruhe in der Partei. Eine Strategie, sich von Donald Trump abzusetzen, gibt es aber nicht – das würde den Republikanern bei ihren Wählern auch nichts nützen.

  • -Aktualisiert am
          4 Min.

          Schlechte Stimmung bei den Republikanern: Kurz vor der Sommerpause auf dem Capitol Hill kündigten einige Abgeordnete an, dass sie bei der Wahl 2020 nicht wieder antreten wollen. Darunter ist auch der einzige schwarze Republikaner im Repräsentantenhaus, Will Hurd aus Texas. Er hatte dreimal die Wahl in seinem Bezirk gewonnen. Im November 2018 hatten ihn allerdings nur 1100 Stimmen von der Demokratin Gina Ortiz Jones getrennt. Sie tritt in dem 23. Kongress-Distrikt an der mexikanischen Grenze abermals an. Hurd, der früher bei der CIA arbeitete, gilt als sicherheitspolitischer Experte, der auch von Demokraten respektiert wird. Er ist einer der wenigen Abgeordneten, die Trump gelegentlich kritisieren – so äußerte er Zweifel an den Plänen, eine Mauer zu Mexiko zu errichten, und warnte vor der Gefahr russischer Wahlmanipulation.

          Hurd war auch einer von vier Republikanern, die sich der Resolution der Demokraten anschlossen, die Trump im Juli für seine rassistischen Angriffe gegen vier Kongressabgeordnete rügte. Der scheidende Abgeordnete erklärte, dass er weiterhin Politik für die Republikaner machen werde und dass er dafür kämpfen wolle, dass die Partei eines Tages mehr aussehen werde wie das Land. Er stellte allerdings auch klar, dass er Trump wieder zum Präsidenten wählen will.

          Abgeordnete treten ab

          Hurd ist nicht der einzige Republikaner, der nicht wieder antreten will. Für manche Abgeordneten sei der Job im Repräsentantenhaus nun schlicht unattraktiv, weil sie in der Minderheit seien, sich vielleicht auf einen demokratischen Präsidenten einstellen müssten und bis dahin dauernd Trumps Tweets zu rechtfertigen hätten, kommentierte die „New York Times“. Die Abgeordneten Susan Brooks aus Indiana, Martha Roby aus Alabama, Paul Mitchell aus Michigan, sowie die Texaner Pete Olsen und Mike Conaway wollen sich ebenfalls nicht zur Wiederwahl stellen.

          Texas ist einer der Bundesstaaten, die den Republikanern im Hinblick auf die Wahl 2020 ohnehin schon Kopfzerbrechen bereiten. Dort schwenkten viele Wähler 2018 zu den Demokraten um. Das war ein Erfolg der enthusiastischen Kampagne von Beto O'Rourke, der dem Senator Ted Cruz nur knapp unterlag. O'Rourke konnte auch viele bisherige Nicht-Wählerinnen mobilisieren. Als Bewerber um die demokratische Präsidentschaftskandidatur liegt er in den Umfragen landesweit bei 3 Prozent. Bei den texanischen Wählern hat er aber bis zu 11 Prozent Vorsprung auf Donald Trump und verkündete deswegen diese Woche, er könne den Republikanern die 38 Wahlmännerstimmen des Bundesstaates abnehmen. Damit würde Texas theoretisch zu einem „Battleground State“, und jeder andere Präsidentschaftskandidat der Demokraten täte gut daran, O'Rourke früh im Wahlkampf mindestens einen Kabinettsposten anzubieten.

          Mehr „Jims“ als Republikanerinnen

          Die republikanische Fraktion im Abgeordnetenhaus könnte durch die Rückzüge unterdessen noch weißer und männlicher werden, als sie es ohnehin schon war. Das Magazin „The Atlantic“ kommentierte, die Partei verspiele ihre Zukunft. Es sehe so aus, „als sei kein Platz mehr für irgendjemanden außer weißer Männer in der republikanischen Partei“. Wie „Politico“ berichtete, kursiert in den Kreisen der „Grand Old Party“ eine Statistik, derzufolge mittlerweile mehr Abgeordnete mit dem Namen Jim im Repräsentantenhaus seien als republikanische Frauen. Insgesamt gibt es im Kongress 23,7 Prozent Frauen, für diesen Anteil sorgen aber vornehmlich die Demokraten. Von den 535 Mitgliedern in Senat und Abgeordnetenhaus sind 106 Demokratinnen und 21 Republikanerinnen.

          Weitere Themen

          Ausschreitungen in Hongkong gehen weiter Video-Seite öffnen

          Brandsätze und Tränengas : Ausschreitungen in Hongkong gehen weiter

          Tausende Demokratie-Aktivisten hatten sich einem nicht genehmigten Protestmarsch durch den Stadtteil Kowloon angeschlossen. Dabei kam es auch zu Brandanschlägen auf eine Polizeistation. Die Ordnungshüter setzte ihrerseits Tränengas.

          Topmeldungen

          Bernie Sanders ist zurück – und fühlt sich bereit für das Präsidentenamt.

          Bernie Sanders in New York : „Ich bin wieder da!“

          Bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung nach seinem Herzinfarkt bricht Bernie Sanders Besucherrekorde. In New York ist auch seine bislang wichtigste Unterstützerin dabei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.