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Demokratische Vorwahlen : Nützlicher Gegenwind für Elizabeth Warren?

  • -Aktualisiert am

Elizabeth Warren bei einer Wahlkampfveranstaltung am 26. Oktober Bild: AFP

Sie gehört zu den aussichtsreichsten Anwärtern auf die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Doch die großen Unternehmen machen Stimmung gegen Elizabeth Warren. Unter Angestellten könnte ihr das sogar nutzen.

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          „Break up Big Tech“ – Elizabeth Warrens Forderung, große Technologie-Unternehmen aufzusplitten, sorgte in den letzten Wochen für viel Wirbel. Internet-Giganten wie Facebook werteten den Plan der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin aus Massachusetts als Kampfansage. Diese Unternehmen seien so groß, dass sie mittlerweile den Wettbewerb behinderten, argumentiert Warren. Konkret will sie einige von den Firmen-Zukäufen der Marktbeherrscher rückgängig machen und die Vorschriften dafür verschärfen. „Stellt euch vor, Facebook und Instagram stünden in einem Wettbewerb um die besten Methoden, wie sie eure Privatsphäre schützen können und Falschinformationen aus euren Feeds heraushalten können, anstatt dass sie zusammen arbeiten, um eure Daten zu verkaufen, euch mit Fehlinformationen zu überschwemmen und die Sicherheit unseres Wahlsystems zu gefährden“, twitterte Warren kürzlich. Facebook-Chef Mark Zuckerberg war zuvor auf einem Mitschnitt zu hören gewesen, wie er ankündigte, gegen die Pläne zu klagen, falls sie umgesetzt würden. Warrens Vorschläge bezeichnete er als „existenzielle Bedrohung“.

          Es ist allerdings keineswegs so, dass sich alle im Silicon Valley Sorgen machen. Viele demokratische Spender dort scheinen Warren erst recht für sich entdeckt zu haben. Schließlich gibt es auch zahlreiche kleine Unternehmen, die von den Vorschlägen der Senatorin eher profitieren könnten. Im zweiten Quartal, als Warren 19 Millionen Dollar Spenden sammelte, waren darunter auch Zuwendungen von Tech-Investor Chamath Palihapitiya und Sonos-Gründer John MacFarlane.

          Palihapitiya sagte in einem Interview, die wenigsten Menschen im Land hätten etwas von den Gewinnen an der Wall Street oder im Silicon Valley. „Trump war die Antwort des rechten Populismus darauf, Warren ist die Reaktion von links. Der Unterschied zwischen beiden ist, dass Warren disziplinierter, sorgfältiger und auf politische Sachfragen konzentriert ist. Sie ist die größte Bedrohung für Trumps Wiederwahl.“

          Bei einer Befragung des Senders CNBC sagten Mitarbeiter kleinerer Technologie-Unternehmen im Silicon Valley, dass sie hinter Warren stünden, weil diese erkenne, dass nicht die ganze Branche aus „Big Tech“ bestehe. Im Gegenteil: gerade die prekären Arbeitsverhältnisse in vielen Start-ups, kombiniert mit hohen Mieten und drückenden Studienschulden, machen Warrens Vorschläge attraktiv – aus demselben Grund hat auch Senator Bernie Sanders aus Vermont hier viele Anhänger. Selbst Angestellte von Internet-Giganten sind politisch der Linken gegenüber durchaus aufgeschlossen. Bei Parteispenden wird in Amerika der Beruf und Arbeitgeber des Spenders erfasst. So wurde klar, dass Warren seit ihrem Kampagnen-Start im Februar 126.000 Dollar von Mitarbeitern der Google-Holding Alphabet Inc. bekam. Angestellte, die direkt bei Google arbeiten, spendeten der Kandidatin insgesamt 32.000 Dollar.

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