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Reaktionen zum Anschlag : „Europa muss sich den Terroristen mutig widersetzen“

  • Aktualisiert am

Emmanuel Macron und Angela Merkel reagierten geschockt angesichts des Anschlags in London. Bild: Reuters

Die internationale Politik hat geschockt auf den Anschlag in London reagiert. Donald Trump bekräftigte zudem seine Forderung nach einem Einreisestopp für Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bestürzt über die Anschläge von London gezeigt und Solidarität mit Großbritannien bekundet. „Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit.“ Merkel bekräftigte, dass Deutschland im Kampf gegen jede Form von Terrorismus „fest und entschlossen“ an der Seite Großbritanniens stehe. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Anschlag scharf:

          „Die Kaltblütigkeit, mit der die Täter Passanten in London attackiert haben, ist verabscheuungswürdig und lässt uns in Trauer zusammenstehen", erklärte Steinmeier am Sonntag. „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen und Freunden der Opfer. Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung.“ Außenminister Sigmar Gabriel reagierte ebenfalls bestürzt: „Für die Brutalität und Hinterhältigkeit solcher Verbrechen kann es keinerlei Rechtfertigung geben“, erklärte Gabriel. Innenminister Thomas de Maizière erklärte, er habe seiner britischen Kollegin sein Mitgefühl ausgesprochen und jede Unterstützung  zugesagt: „Wir stehen zusammen im Kampf gegen Terrorismus“.

          Der SPD-Vorsitzende und Kanzlerkandidat, Martin Schulz schrieb auf Twitter: „Meine Gedanken sind bei den Opfern der feigen Attacken in London und ihren Angehörigen. Stehen fest an der Seite unserer britischen Freunde.“

          Auch der amerikanische Präsident Donald Trump hat Großbritannien via Twitter die Unterstützung seines Landes zugesagt. „Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und im Vereinigten Königreich zu helfen, wir werden da sein, wir sind bei euch“, schrieb Trump. Die Attacken in London verurteilte die amerikanische Regierung als „feigen Angriff auf unschuldige Zivilisten“. Die Vereinigten Staaten seien zu jeder Hilfe bei den Ermittlungen bereit, die von Großbritannien gewünscht werde, hieß es in einer schriftlichen Erklärung des Washingtoner Außenministeriums.

          „Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben!“

          Trump warb zudem abermals für den von ihm gewünschten Einreisestopp von Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern geworben. Die Vereinigten Staaten müssten „smart, wachsam und hart“ sein. So brauche das Land als eine zusätzliche Schutzmaßnahme die von ihm verfügten – und von Gerichten blockierten – Einreiseverbote, schrieb Trump. Er forderte: „Die Gerichte müssen uns unsere Rechte zurückgeben!“

          In einem weiteren Tweet griff er zudem Londons Bürgermeister Khan an. Schon nach dem Anschlag in Westminster hatte sein Sohn, Trump junior, Khan angegriffen. Khan hatte in einem älteren Interview gesagt, die Gefahr von Terroranschlägen, sei „ein fester Bestandteil des Lebens in großen Städten“. Große Städte auf der ganzen Welt müssten sich „auf diese Dinge“ vorbereiten. Trumps Sohn hatte ihm daraufhin unterstellt, Khan habe gesagt Terrorangriffe gehörten zum Leben in großen Städten dazu.

          1) Lieferwagen überfährt Passanten auf der London Bridge 2) Lieferwagen hält 3) Angreifer erstechen Menschen auf dem Borough Market 4) Angreifer werden von der Polizei beschossen und getötet

          Russlands Präsident Wladimir Putin teilte Premierministerin Theresa May derweil mit, angesichts des Londoner Anschlags sollten die gemeinsamen Anstrengungen zur Bekämpfung des Terrorismus verstärkt werden.

          Polens Regierungschefin Beata Szydlo nannte den Anschlag „einen weiteren bestialischen Angriff“. Bei Twitter sprach die nationalkonservative Politikerin Großbritannien ihr Beileid aus. „Europa muss sich den Terroristen mutig widersetzen“, forderte sie außerdem.

          Vom kanadischen Premier Justin Trudeau hieß es via Twitter: „Schreckliche Nachrichten aus London. Wir beobachten die Situation – Kanadier, die Hilfe brauchen, melden sich bitte hier.“ Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron sprach derweil von einer „neuen Tragödie“. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.“ Auch Indiens Premierminister Narendra Modi verurteile die Angriffe, ebenso wie der Iran. „Der Anschlag in London und die anderen Anschläge in den letzten Tagen sind ein ernsthaftes Warnsignal", sagte ein Sprecher des iranisches Außenministeriums am Sonntag. Die Ausrottung des Terrorismus sei eine "globale Notwendigkeit" und erfordere daher auch eine globale Zusammenarbeit.

          May: Wahlen werden stattfinden

          Schon in der Nacht zum Sonntag hatte EU-Kommissionspräsident Juncker geschrieben, er verfolge die Ereignisse mit Entsetzen, „Gedanken und Gebete sind bei den Opfern und ihren Familien.“ „Die feigen Menschen, die diese Angriffe verübt haben, werden weder unsere Widerstandskraft noch unser Mitgefühl oder unsere Demokratien aushöhlen,“ sagte Juncker zudem am Sonntag EU-Ratspräsident Donald Tusk erklärte: „Mein Herz und meine Gedanken sind nach einem weiteren feigen Angriff in London. Europa steht an der Seite des Vereinigten Königreichs im Kampf gegen den Terrorismus.“

          EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani twitterte: „Wir trauern in Solidarität mit den Opern und den Familien der abscheulichen #LondonBridge Attacke. Diese Taten müssen ein Ende haben!“ Londons Bürgermeister Sadiq Khan bezeichnete die Terrorangriffe als „gezielte und feige Attacke“ auf unschuldige Londoner und Besucher. Es gebe keine Rechtfertigung für die „barbarischen“ Attacken. Eine Verschiebung der Unterhauswahlen lehnte er ab. Die Briten sollten zeigen, dass sie sich nicht einschüchtern lassen, indem sie am Donnerstag ihre Stimme abgeben.

          „Sie hassen, dass wir am Samstagabend ausgehen. (...) Sie hassen es, dass wir eine Parlamentswahl abhalten“; sagte er gemünzt auf die Terroristen. Die Tories, Labour und die Liberaldemokraten haben ihren Wahlkampf derweil unterbrochen. Der Vorsitzende der britischen Unabhängigkeitspartei Ukip, Paul Nuttall, kündigte dagegen an, seine Partei werde die Kampagne nicht unterbrechen, da dies genau das sei, was die Terroristen hätten erreichen wollten. Theresa May sagte am Sonntagmorgen, der Wahlkampf werde am Montag wieder aufgenommen und auch die Wahlen würden am 8. Juni wie geplant stattfinden. Die Terroristen dürften den demokratische Prozess nicht außer Kraft setzen können.

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