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Reaktionen der Kandidaten : Trost und Häme für Rubio

  • Aktualisiert am

Nachdem er es nicht geschafft hat, seinen Heimatstaat Florida zu gewinnen, beendete Marco Rubio seine Präsidentschaftskampagne. Bild: dpa

Das Ausscheiden Marco Rubios aus dem Rennen um die amerikanische Präsidentschaft kommentiert sein Rivale Ted Cruz mit warmen Worten. Ein anderer Kandidat tritt nach.

          Obwohl sein Rivale John Kasich in Ohio gewonnen und ihm damit 66 Delegiertenstimmen wegschnappte, braucht sich Donald Trump die Siegerlaune nicht verderben zu lassen. „Dies war ein unglaublicher Abend“, rief er in seiner Siegesrede in Palm Beach in Florida aus. „Wir werden gewinnen, gewinnen, gewinnen, und wir bleiben nicht stehen.“ Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass er nicht nur in Florida, sondern auch in North Carolina und Illinois gewonnen hatte. In Missouri lieferte er sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem erzkonservativen Senator Ted Cruz.

          Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter dankte er Marco Rubio, der vor einigen Tagen in einer Wahlkampfrede gesagt hatte, dass der Sieger in Florida auch der Präsidentschaftskandidat der republikanischen Partei sein werde, es klang aber durchaus etwas sarkastisch.

          Schon früh am Abend hatte Marco Rubio kapituliert. Dass der Senator sogar in seinem Heimatstaat Florida von dem Rivalen aus New York geschlagen wurde, versetzte Rubios Kampagne den Todesstoß. Der Senator, lange Zeit der Hoffnungsträger der Trump-Gegner in der republikanischen Partei-Elite, trat nicht ab, ohne dem Populisten aus New York kaum verbrämte Vorhaltungen zu machen: Sein Land brauche eine konservative Bewegung, „die auf Prinzipien und Ideen aufbaut und nicht auf Angst, nicht auf Wut“. Auf Twitter wiederum bedankte er sich bei seinen Anhängern für deren Unterstützung.

          Kasich verspricht sich von seinem Triumph im Heimatstaat zwar neuen Schwung für seine Kampagne: „Viele Menschen schließen sich uns an“, verkündete er. In seiner Siegesrede in Ohio, die in einem Regen aus Konfetti unterging, sagte er: „Wir dürfen niemals unsere Fähigkeit unterschätzen, die Welt zu verändern.“ Seinen Unterstützern versicherte er, dass es seine Absicht sei, sie stolz zu machen. Für den weiteren Verlauf der Vorwahlen sei das Ergebnis von Ohio ein „Game Changer“, so Kasich.

          Ted Cruz, der vierte Republikaner, der sich am kleinen „Super Dienstag“ um Stimmen beworben hatte, machte sich Hoffnungen, nun die Anhänger von Marco Rubio auf seine Seite ziehen zu können. Eilig warb um die Unterstützer des Senators aus Florida, den er nun als Freund und Kollegen bezeichnete:
          „Wir empfangen Euch mit offenen Armen.“ Auf Twitter pries er Rubio als Vorbild.

          Bei den Demokraten wurde die Favoritin Hillary Clinton ihrem Status gerecht und wandte sich schon ihrem möglichen republikanischen Gegner zu. In ihrer Siegesrede in Florida gab sie sich jedenfalls so, als seien die Vorwahlen schon gelaufen. Sie dankte Sanders für seine „lebhafte Kampagne“, beschäftigte sich aber ansonsten vor allem mit Trump. „Wir sollten Barrieren niederreißen, nicht Mauern bauen“, sagte sie und fasste damit das Leitmotiv ihrer Kampagne gegen den Unternehmer zusammen.

          Bernie Sanders gab in seiner Rede in Arizona keinen Hinweis darauf, dass er vorhabe nun aus dem Rennen auszusteigen. In einer schriftlichen Stellungnahme gratulierte er Clinton, wies aber auch darauf hin, dass der Wahlkalender ihm gnädiger gesonnen sei als Clinton und seine Kampagne deshalb auf einem guten Weg sei, die Nominierung zu sichern.

          In seiner Rede griff er seine Rivalin Clinton wieder wegen ihrer bezahlten Reden bei Wall-Street-Unternehmen an und forderte sie abermals auf, diese zu veröffentlichen. Seine Anhänger forderte er auf, weiter hinter ihm zu stehen, denn man könne sich nciht mit dem Status Qouo zufrieden geben, wenn dieser kaputt sei, so Sanders auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

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