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„Nicht mein Präsident!“ : Tausende protestieren gegen Wahlausgang

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Die Wahl Donald Trumps zum kommenden amerikanischen Präsidenten sorgt für Unmut. Im Osten und Westen Amerikas demonstrieren Tausende Menschen auf den Straßen.

          2 Min.

          Nach dem überraschenden Sieg Donald Trumps bei der Präsidentschaftswahl in Amerika sind Tausende Bürger in großen Städten des Landes auf die Straßen gegangen.

          In New York protestierten am Mittwochabend Tausende Menschen mit der Parole „Nicht mein Präsident!“ gegen den zukünftigen Präsidenten. In Manhattan mischte sich der Dokumentarfilmer Michael Moore unter die Demonstranten. Am Mittwochabend veröffentlichte er auf Facebook ein Video von der aufgebrachten Menschenmenge. Viele Demonstranten hatten sich auch vor dem Trump-Tower in der New York Fifth Aveneue versammelt. Sand gefüllte Sattelschlepper versperrten den Weg zum Gebäude. Die Polizei war mit massiver Präsenz vor Ort. Dem Nachrichtensender CNN zufolge haben sich laut Polizeiangaben alleine in New York etwa 5000 Menschen versammelt.

          „Es ist Zeit für einen Aufstand“, steht auf einem der Transparente im kalifornischen Oakland. Bilderstrecke

          „New York hasst dich“, riefen die Demonstranten vor dem Hochhaus  und: „Wir lehnen den ausgesuchten Präsidenten ab.“ Auf Plakaten waren Sprüche wie „Ein Schritt nach vorne, 50 Jahre zurück“ oder „Finger weg von meiner Pussy“ zu lesen. Eine verschleierte Frau hielt ein Schild in die Höhe, auf dem stand: „Ich bin Muslima. Ich habe Angst.“ Die Proteste verliefen weitgehend friedlich, allerdings tauchten immer wieder Trump-Befürworter in der Menge auf und lieferten sich Schrei-Duelle mit Trump-Gegnern.

          In Kalifornien protestieren Schüler

          In Berkeley, Seattle, Phoenix, Los Angeles, Richmond, El Cerrito und Oakland kamen vor allem Schüler und Studenten zusammen. Sie hielten Schilder hoch mit Aufschriften wie „Keine Unterstützung für Rassismus“ oder „Einwanderer machen Amerika stark.“  Schulvertretern zufolge haben manche der Studenten Eltern, die illegal in die Vereinigten Staaten eingewandert sind. Sie fürchten nun ihre Ausweisung. Allein in Los Angeles zogen Medienberichten zufolge mehr als 5000
          Demonstranten durch die Stadt. Auch in Boston, Philadelphia und Portland versammelten sich Gegner Trumps. In San Francisco und Los Angeles wurden weitere Proteste angekündigt.

          Bei einigen Demonstrationen kam es zu kleineren Ausschreitungen. In Oakland blockierten rund 6000 Demonstranten Straßen. Einige Demonstranten setzten ein Porträt von Trump in Brand, bewarfen Polizisten mit Gegenständen, zündeten Müll auf einer Kreuzung  an, warfen mit Feuerwerkskörpern und zerstörten Schaufenster. In Seattle fielen Schüsse in der Nähe einer Demonstration. Sie sollen nach Angaben der Polizei aber nichts mit der Protestveranstaltung zu tun gehabt haben.

          Trump hatte im Wahlkampf vielfach für Empörung gesorgt, unter anderem mit der Ankündigung, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen, um die illegale Einwanderung einzudämmen. Nach seinem Wahlsieg schlug er dagegen versöhnliche Töne an und betonte, er  wolle Präsident aller Amerikaner sein.

          Noch am Donnerstag wird Trump von Präsident Barack Obama im Weißen Haus empfangen, um erste Absprachen über die Amtsübergabe zu treffen. Obama verwies darauf, dass er und sein Vorgänger George W. Bush vor acht Jahren erhebliche Differenzen gehabt hätten.

          Trotzdem hätten Bush und sein Team professionell und freundlich dafür gesorgt, dass es einen reibungslosen Übergang gegeben habe. Er habe seine Mitarbeiter nun angewiesen, diesem Beispiel zu folgen. 

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