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Omarosa vs. Trump : Job gegen Schweigen?

Früherer Reality-TV-Star und enge Mitarbeiterin Donald Trumps: Omarosa Manigault Newman Bild: AP

Das Trump-Team habe ihr einen hoch dotierten Job angeboten, um sie zum Schweigen zu bringen, behauptet Trumps frühere Mitarbeiterin Manigault Newman in einem Buch. Jetzt hat sie einen Mitschnitt veröffentlicht, der das zu belegen scheint.

          An Schlammschlachten haben sich die Amerikaner in der Ära Trump längst gewöhnt – doch diese Schlacht hat das Zeug dazu, vieles vorige noch in den Schatten zu stellen. Seit Tagen beherrscht der schmutzige öffentliche Schlagabtausch zwischen Donald Trump und Omarosa Manigault Newman, seiner früheren Wahlkampfberaterin und engen Mitarbeiterin im Weißen Haus, die amerikanischen Medien – auch weil selbst Hollywood sich den Plot nicht besser hätte ausdenken können: TV-Reality-Star (Trump) entdeckt in seiner Show ein Nachwuchs-Talent (Omarosa), wie durch ein Wunder wird er Präsidentschaftskandidat und verschafft ihr einen Job in seinem Wahlkampfteam; sie folgt ihm nach seiner Wahl ins Weiße Haus und vergöttert ihn, bis sie merkt, dass sie ihn doch verabscheut, schreibt daraufhin ein Enthüllungsbuch und wird reich, und am Ende finden sich beide in der Reality-TV-Show wieder, nur dass sie jetzt im Weißen Haus spielt. Völlig unrealistisch? Nein, amerikanische Politik im Sommer 2018.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Seit ihrem viel beachteten Enthüllungsbuch „Unhinged“ (auf Deutsch etwa: „verwirrt“ oder „verstört“) über ihre Zeit im Weißen Haus, in dem sie Trump unter anderem als geistig minderbemittelten Rassisten, Frauenfeind, „funktionalen Analphabeten“ und Lügner beschimpft, gilt Newman der einen Hälfte der Nation als neuer schillerndster Leumund für die fachliche und geistige Inkompetenz des Präsidenten. Für die andere Hälfte hingegen, für die Trump-Anhänger, ist die 44 Jahre alte Frau, die bis zu ihrem Weggang aus dem Weißen Haus die ranghöchste afroamerikanische Mitarbeiterin im Weißen Haus war, selbst unglaubwürdig – vor allem, weil sie Trump bis vor wenigen Monaten noch bewundernd ergeben schien und sich jetzt so abrupt von ihm abgewandt hat. Weil sie im Weißen Haus gemerkt habe, dass Trump ein „wahrer Rassist“ sei und das amerikanische Volk anlüge, sagt Newman. Weil sie ihre Zeit im Zentrum der Macht nun mit größtmöglichem Aplomb zu Geld machen wolle, sagen die Trump-Fans.

          Newman ist durch Trump groß geworden, 2005 war sie Teilnehmerin seiner Reality-Show „The Apprentice“ und trat auch danach in zahlreichen Sendungen auf. 2016 holte Trump sie in sein Wahlkampfteam, um afroamerikanische Wähler zu mobilisieren. Nach seinem Wahlsieg verschaffte er ihr eine Stelle als Kommunikationschefin für öffentliche Beteiligung und zwischenstaatliche Angelegenheiten im Weißen Haus. Newman war ein Teil beider Trumpscher Welten: der Welt der Show und der Politik, von der viele sagen, dass es für ihn noch immer dieselbe ist.

          „Alles, jeden, positiv, ok?

          Am Donnerstag nun veröffentlichte die frühere Trump-Vertraute im Sender NBC News eine Tonbandaufnahme, die nach eigenen Angaben am 16. Dezember 2017 gemacht worden sein soll – nur wenige Tage, nachdem sie ihren Job als hochdotierte Beraterin im Weißen Haus hingeworfen hatte. Wie die Aufnahme entstand und wer sie angefertigt hat, darüber schweigt sich Newman aus. Auf dem Band bietet Lara Trump, die Frau von Trumps Sohn Eric und umtriebige Wahlkampfhelferin ihres Schwiegervaters, ihr einen gut bezahlten Job an – monatliches Gehalt: 15.000 Dollar. In ihrem Buch erwähnt sie ein solches Jobangebot von Trumps Stab. Nach ihrer Darstellung sei ein Stillschweigeabkommen die Bedingung für das Angebot gewesen, das sie deshalb nicht akzeptiert habe.

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