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Einwanderungspolitik : Oberstes Gericht erlaubt Trumps verschärfte Asylregeln

  • Aktualisiert am

Migranten an der amerikanischen Südgrenze Bild: AFP

Amerikas Präsident will das Recht auf Asyl in den Vereinigten Staaten deutlich einschränken. Der Supreme Court gibt ihm nun grünes Licht – zumindest vorerst.

          2 Min.

          Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten hat eine von Präsident Donald Trump angeordnete Verschärfung des Asylrechts genehmigt. Der Supreme Court hob am Mittwoch eine Entscheidung eines Bundesrichters aus Kalifornien auf, der die Reform zwei Tage zuvor blockiert hatte. Die Asylreform soll Migranten aus zentralamerikanischen Ländern daran hindern, an der amerikanischen Grenze einen Asylantrag zu stellen. Trump feierte die Entscheidung im Onlinedienst Twitter als „großen Sieg für die Grenze“.

          Nach den neuen Regeln sollen künftig alle Asylanträge von Migranten abgelehnt werden, die über die mexikanische Grenze in die Vereinigten Staaten einreisen und zuvor keinen Asylantrag in Mexiko oder einem anderen Transitland gestellt haben. Bei den meisten Migranten handelt es sich um Menschen aus El Salvador, Guatemala und Honduras, die vor Armut und Gewalt in ihren Heimatländern fliehen.

          Mehrere Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen hatten gegen die Neuregelung geklagt. Ihrer Ansicht nach wird damit die überwiegende Mehrheit der Migranten aus Zentralamerika vom amerikanischen Asylsystem ausgeschlossen. Betroffen sind demnach hunderttausende Menschen, darunter viele Familien mit kleinen Kindern.

          Diese Ansicht vertritt auch die Supreme-Court-Richtern Sonia Sotomayor, die bei der Gerichtsentscheidung zusammen mit ihrer Kollegin Ruth Bader Ginsburg ein abweichendes Votum abgab. Die neue Vorschrift verwehre „fast allen Zentralamerikanern“, in Amerika Asyl zu beantragen, erklärte Sotomayor. Wieder habe die Regierung eine Vorschrift erlassen, um den Umgang mit Flüchtlingen, die in den Vereinigten Staaten „Schutz vor Verfolgung suchen“, zu kippen.

          Das Weiße Haus erklärte dagegen, die Gerichtsentscheidung werde der Regierung „sehr“ dabei helfen, auf den bisher erzielten Fortschritten im Umgang mit der „Krise“ an der Südgrenze aufzubauen. Letzten Endes werde die Entscheidung auch Gemeinden in den Vereinigten Staaten „sicherer machen“, erklärte Präsidentensprecher Hogan Gidley.

          Lee Gelernt von der Bürgerrechtsorganisation ACLU, die gegen die Asylrechtsverschärfung geklagt hatte, erklärte dagegen, mit der Reform werde das Leben „von tausenden Familien auf Spiel gesetzt“.

          Ähnlich äußerten sich Abgeordnete der Opposition. „Menschen werden ums Leben kommen“, warnten der demokratische Vorsitzende des Justizausschusses im Repräsentantenhaus, Jerrold Nadler, und die Vorsitzende des Unterausschusses für Einwanderung, Zoe Lofgren. Menschen, die auf der Flucht vor Angst und Verfolgung seien, würden künftig „an unserer Haustür
          abgewiesen“. Das werde die humanitäre Krise an der Grenze weiter verschärfen.

          Auch der demokratische Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Eliot Engel, erklärte, für viele Flüchtlinge werde es nun „um Leben und Tod“ gehen.

          Trump hatte im Wahlkampf 2016 versprochen, die illegale Einwanderung über die mexikanische Grenze zu stoppen. Die Zahl der Migranten stieg seit Beginn seiner Amtszeit zunächst jedoch immer weiter an. Im Mai wurden an der Südgrenze mehr als 144.000 Einwanderer aufgegriffen – das war die höchste Zahl seit 13 Jahren. Im August ging die Zahl der aufgegriffenen Migranten nach offiziellen Angaben allerdings auf rund 64.000 zurück.

          Erst am Dienstag hatte das Verteidigungsministerium angekündigt, auch im kommenden Jahr bis zu 5500 Soldaten für die Sicherung der Grenze zu Mexiko bereitzustellen. Vergangene Woche hatte das Pentagon zudem 3,6 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) für den Mauerbau an der Grenze freigegeben.

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