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Obama appelliert an Demokraten : „Wartet nicht auf den magischen Erlöser“

  • -Aktualisiert am

Der ehemalige amerikanische Präsident Barack Obama bei einer Veranstaltung zum Klimaschutz im Dezember 2017 Bild: dpa

Lange war es still um Barack Obama. Nun nimmt er bei einer Spendenveranstaltung seine Partei in die Pflicht – und zeigt sich vor der Präsidentenwahl 2020 optimistisch. Die Kritik an Trump versteckt er gekonnt zwischen den Zeilen.

          In den Vereinigten Staaten gehört es zum guten Ton, sich nicht über die Politik eines Nachfolgers auszulassen. Daran hält sich auch Barack Obama weitestgehend. Äußerungen zur politischen Lage und seinem Nachfolger Donald Trump vermeidet er – und auch sonst ist es eher ruhig geworden um den ehemaligen amerikanischen Präsidenten.

          Nun aber hat sich Obama wieder zu Wort gemeldet. Im Rahmen eines Abendessens mit Großspendern der demokratischen Partei in Kalifornien appellierte er am Donnerstag an seine Partei, nicht auf einen „magischen Erlöser“ zu warten, sondern mit dem vorhandenen Personal nach vorne zu schauen. „Wartet nicht auf die perfekte Botschaft, wartet nicht auf das Kribbeln, weil ihr davon ausgeht, dass Politiker inspirierend und poetisch sein müssen“, sagte er.

          War Obamas Popularität hinderlich?

          Man müsse als Bürger auch dann wählen gehen, wenn man unzufrieden mit der Auswahl sei. „Wenn wir nicht wählen gehen, funktioniert unsere Demokratie nicht“, sagte Obama mit Blick auf die zurückliegende Präsidentenwahl, bei der die mit 58,9 Prozent vergleichsweise niedrige Wahlbeteiligung als ein Grund für Hillary Clintons Niederlage ausgemacht worden war. Rückblickend bemängelte Obama, dass seine Popularität hinderlich gewesen sei für einen Wahlerfolg der Demokraten. „Wenn ich während meiner Präsidentschaft eines bedauere, dann dass die Menschen zu sehr auf mich konzentriert waren“, sagte er.

          Mit Blick auf die im Herbst stattfindenden Kongresswahlen empfahl Obama seiner Partei, die jüngsten Wahlerfolge nicht überzubewerten. Dafür hätten die populistischen Botschaften des vergangenen Präsidentschaftswahlkampfs bei zu vielen Menschen verfangen. „Angst ist mächtig“, sagte Obama. Die Botschaft, zugewanderte Menschen seien für persönliche oder gesellschaftliche Missstände verantwortlich, habe sich weltweit als erfolgversprechendes politisches Konzept erwiesen, sagte der 44. Präsident der Vereinigten Staaten.

          Obama blieb sich während seiner Rede treu: Wie schon bei früheren Reden erwähnte er Trumps Namen mit keiner Silbe. Trotzdem durfte sich der aktuelle Präsident an einigen Stellen angesprochen fühlen. „Sie sind sogar dann wütend, wenn sie gewinnen“, sagte Obama in Anspielung auf die Rhetorik Trumps und anderer republikanischer Politiker. Trumps Ausweichmanöver nach seinen gescheiterten Bemühungen, die von Obama eingeführte Gesundheitsversicherung zu reformieren, seien dafür ein gutes Beispiel.

          Trotz der oft versteckt vorgetragenen Kritik am politischen Kontrahenten hatte Obama auch anerkennende Worte für die Republikaner parat. „Sie kümmern sich nicht um Visionen, sondern darum systematisch bei Wahlen zu gewinnen“, sagte er mit Blick darauf, dass die Republikaner ihre finanziellen Strukturen zuletzt weiter professionalisiert hatten. Davon könne man lernen, so Obama.

          Die Demokraten tun sich auch eineinhalb Jahre nach Trumps Wahl zum Präsidenten schwer damit, aus ihrer Oppositionsposition Kapital zu schlagen. Das richtige Konzept gegen den oftmals ungelenk agierenden Präsidenten scheint noch zu fehlen. Trotz dieser, aus demokratischer Sicht wenig zufriedenstellenden Situation, zeigte sich Obama optimistisch, dass seine Partei bei der Präsidentenwahl 2020 das Weiße Haus zurückerobern könne. „Die Mehrheit der Bevölkerung bevorzugt ein vereintes, kein gespaltenes Land. Die meisten Menschen wollen keine Welt, in der alle immer wütend sind“, sagte er. Diese Botschaft dürfte den anwesenden Großspendern Mut gemacht haben. 

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