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„Chaotische Katastrophe“ : Obama rechnet mit Trumps Corona-Management ab

  • Aktualisiert am

Der früherer amerikanische Präsident Barack Obama, hier im September 2019 in München Bild: AFP

Trumps Umgang mit der Pandemie sei „eine absolut chaotische Katastrophe“, sagt der frühere amerikanische Präsident in einem vertraulichen Gespräch. Egoismus und Feinddenken prägten den amerikanischen Alltag zunehmend.

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          In vertraulichen Äußerungen hat der frühere amerikanische Präsident Barack Obama den Umgang seines Nachfolgers Donald Trump mit der Corona-Pandemie scharf kritisiert. Trumps Krisenmanagement sei „eine absolut chaotische Katastrophe“, sagte Obama laut einem Audiomitschnitt am Freitagabend in einem Gespräch mit früheren Mitgliedern seiner Regierung. Nach dem Nachrichtenportal Yahoo News berichteten am Samstag auch andere amerikanische Medien über die Äußerungen.

          Obama kritisierte, in Trumps unangemessenen Reaktionen auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie spiegele sich eine Denkweise des „‚Was ist für mich drin‘ und ‚Zum Teufel mit allen anderen‘“ wider. Egoismus und Feinddenken sei zu einem „stärkeren Impuls im amerikanischen Leben geworden“.

          Die Vereinigten Staaten sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt.In den Vereinigten Staaten wurden mittlerweile mehr als 1,3 Millionen Infektionen und mehr als 78.000 Corona-Tote gemeldet. Trump wird vorgeworfen, die Pandemie unterschätzt und nicht früh genug auf die Herausforderungen reagiert zu haben. Außerdem lasse er die Bundesstaaten im Kampf gegen das Virus allein und lasse es zu, dass sie gegeneinander um Schutzausrüstung kämpften.

          Trump selbst sieht sich als Vorreiter und Anführer in der Corona-Krise und lobt seinen Umgang mit der Pandemie. Nach eigener Einschätzung hätten sogar die deutsche Kanzlerin und der japanische Premier dies anerkannt, sagte der amerikanische Präsident bei einem Treffen mit republikanischen Kongressabgeordneten am Freitag, das im Fernsehen übertragen wurde.

          Obama macht sich für Biden stark

          Obama kritisierte außerdem die Entscheidung des amerikanischen Justizministeriums, die Vorwürfe gegen Trumps früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn im Zusammenhang mit der Russland-Affäre fallenzulassen. Flynn hatte sich im Dezember 2017 schuldig bekannt, das FBI über seine Kontakte zum ehemaligen russischen Botschafter Sergej Kisljak belogen zu haben. Später erklärte der frühere General, das Schuldbekenntnis zurückziehen zu wollen.

          Wegen solcher Entscheidungen mache er sich Sorgen, dass „unser grundlegendes Verständnis des Rechtsstaates in Gefahr“ sei, sagte Obama seinen früheren Mitarbeitern. Er rief sie daher auf, wie er selbst den designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden im Rennen gegen Trump zu unterstützen. Die amerikanische Präsidentenwahl findet Anfang November statt. „Ich hoffe, dass ihr alle die gleiche Dringlichkeit empfindet wie ich“, sagte Obama.

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