https://www.faz.net/-gpf-93sp8

„Ein scheußlicher Verbrecher“ : Trump verdient das Todesurteil – laut Nordkoreas Staatszeitung

  • Aktualisiert am

Der amerikanischer Präsident Donald Trump am Montag in Manila Bild: AP

Donald Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un wiederholt attackiert – und ihn zuletzt als „klein und fett“ verspottet. Nun heizt eine Zeitung den Konflikt zwischen Pjöngjang und Washington weiter an.

          Nordkorea hat seine Verbalattacken gegen den amerikanischen Präsident Donald Trump fortgesetzt. Unter Anspielung auf die Kritik Trumps an der nordkoreanischen Führung kommentierte die offizielle Zeitung „Rodong Sinmun“ am Mittwoch, dass Trump das Todesurteil verdiene. Das Blatt, das Trump als „alten Sklaven des Geldes“ bezeichnete, warf ihm vor, die Würde der obersten Führung von Machthaber Kim Jong-un verletzt zu haben. „Er sollte wissen, dass er ein scheußlicher Verbrecher ist, der von den Koreanern zum Tod verurteilt wurde.“

          Trump hatte in seiner Rede vor dem südkoreanischen Parlament deutliche Warnungen an die Adresse Nordkoreas gerichtet, den Konflikt um dessen Atomprogramm aber nicht weiter angeheizt. In seiner gut dreißigminütigen Ansprache stellte er unter anderem den scharfen Kontrast zwischen einem prosperierenden Südkorea und einem am Boden liegenden Norden heraus.

          Bereits vor einigen Tagen hatten Trump und die Führung in Pjöngjang gegenseitig bissige Bemerkungen ausgeteilt. Trump stellte am Sonntag während eines Besuchs in Hanoi auf Twitter die spöttische Frage, warum Kim ihn als „alt“ beleidige. Er würde ihn „NIEMALS als ‚klein und fett‘“ bezeichnen. Nordkorea hatte zuvor die Rede Trumps in Seoul und seine Warnungen als „rücksichtslose Äußerungen eines verkalkten Alten“ bezeichnet.

          In den vergangenen Monaten hatten sich die Spannungen in der Region deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Inmitten dieses schwelenden Konflikts will Chinas Präsident Xi Jinping seinen Sonderbotschafter nach Pjöngjang entsenden. Song Tao werde am Freitag nach Nordkorea reisen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch.

          Beobachter erwarteten, dass Song die international scharf kritisierten Atomwaffen- und Raketentests ansprechen wird. Xinhua schrieb allerdings lediglich, er werde der nordkoreanischen Regierung über den 19. Parteitag der Kommunistischen Partei berichten, der alle fünf Jahre stattfindet und im Oktober abgehalten worden war.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte bei seinem ersten Besuch in China Xi vergangene Woche aufgefordert, mehr Druck auf Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketenprogramm auszuüben. Peking ist seit langem unzufrieden mit dem einstigen Verbündeten. Traditionell waren die hohen Kontakte zwischen beiden Seiten meist über die internationale Abteilung des Zentralkomitees und ihre Konterparts der Arbeiterpartei in Nordkorea gelaufen.

          Weitere Themen

          Die Frisuren stehen schon

          Hanoi vor Nordkorea-Gipfel : Die Frisuren stehen schon

          In Vietnams Hauptstadt laufen die Vorbereitungen für das zweite Treffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un. Einer der Teilnehmer könnte per Zug anreisen. Aber was eigentlich bei dem Gipfel herauskommen?

          Ist Muellers Arbeit getan?

          Russland-Ermittlungen : Ist Muellers Arbeit getan?

          Die Ermittlungen in der Russland-Affäre stehen angeblich kurz vor dem Abschluss. Bald soll es einen Bericht des Sonderstaatsanwalts Robert Mueller geben – doch der könnte geheim bleiben.

          Kinder statt Migranten Video-Seite öffnen

          Babyprämie in Ungarn : Kinder statt Migranten

          Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat den Familien im Land Geld und Kredite versprochen, wenn sie viele Kinder in die Welt setzen. Dies sei die richtige Antwort auf den Geburtenrückgang, nicht Migration, so hatte es der Politiker formuliert. Die Babyprämie ist umstritten.

          Topmeldungen

          Unter Druck: AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel am Donnerstag im Bundestag

          Spendenaffäre : Eine Blamage für die AfD

          Die Spendenaffäre ist für die AfD eine inhaltliche Bankrotterklärung. Sie belegt die tief in der Partei verankerte Verantwortungslosigkeit, die innerhalb der AfD gerne als Freiheit verkauft wird. Ein Kommentar.

          Brexit-Krise : Muss May in drei Monaten zurücktreten?

          Großbritannien will am 29. März aus der EU austreten – wenn es nach May geht zur Not auch ohne Abkommen mit Brüssel. Danach könnte für die Premierministerin Schluss sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.