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Amerika und Nordkorea : Warum Trump Kims Einladung akzeptiert

Nordkorea will auf Atomtests verzichten

Der südkoreanische Sicherheitsberater Chung, der am Wochenbeginn mit Kim in Pjöngjang diniert hatte, hatte Trump in Washington am Donnerstag über die Gespräche informiert und die persönliche Einladung Kims überbracht. Er erklärte vor Journalisten abermals, dass Kim eine Denuklearisierung wünsche und weitere Nuklear- oder Raketentests unterlassen wolle. Nordkorea akzeptiere, dass Amerika und Südkorea im kommenden Monat ein wegen der Olympischen Winterspiele verschobenes Manöver abhalten. In Seoul halten sich indes Spekulationen, dass das Manöver als Geste an den Norden in kleinerem Maßstab als sonst üblich stattfinden könnte.

Nordkorea hat in den vergangenen Jahren dutzende Raketen abgefeuert und mehrfach Atomsprengköpfe getestet. Seit dem vorerst letzten Test im November hält das Regime aber still. Pjöngjang hatte damals erklärt, dass es das Ziel seines Atomprogramms erreicht habe. Fachleute gehen davon aus, dass Nordkorea mit seinen Langstreckenraketen die Vereinigten Staaten erreichen kann. Bezweifelt wird aber, dass Nordkorea die Technik für den erfolgreichen Wiedereintritt eines Atomsprengkopfs in die Atmosphäre entwickelt habe.

Was ist „Denuklearisierung?“

Eine große Unklarheit ist, welche Bedingungen Nordkorea für eine Aufgabe seiner Atomwaffen stellt und was es genau unter Denuklearisierung versteht. Frühere Erklärungen Nordkoreas für eine „Denuklearisierung“ der koreanischen Halbinsel zielten darauf ab, dass die Vereinigten Staaten den atomaren Schutzschild über Südkorea aufgäben und/oder ihre Truppen aus dem Süden zurückzögen. Das wäre für die Verbündeten nicht akzeptabel. Auch wegen solcher Unwägbarkeiten mahnt Südkoreas Präsident Moon, das man erst ganz am Beginn von Gesprächen mit Nordkorea stehe.

Kritiker wie unter anderem die japanische Regierung weisen unentwegt darauf hin, dass die früheren Sechs-Parteien-Gespräche mit Nordkorea nicht dazu geführt hätten, dass Nordkorea sein Atomwaffenprogramm aufgegeben habe. Tokio fürchtet, dass Pjöngjang mit den Gesprächen wieder nur Zeit gewinnen wolle. Als potentielles Ziel in der nachgewiesenen Reichweite nordkoreanischer Raketen ist Japan derzeit stärker durch das Regime bedroht als die Vereinigten Staaten.

Japans Ministerpräsident Abe sagte am Freitag in Tokio, er begrüße die Änderung der Haltung Nordkoreas, nun über eine Denuklearisierung zu sprechen. Er sei sich mit Trump in einem Telefongespräch einig gewesen, dass die internationale Gemeinschaft maximalen Druck auf Nordkorea aufrechterhalten müsse.

Mit Blick auf solche Bedenken betonte Chung in Washington, dass Südkorea, Amerika und ihre Partner darauf achten würden, die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. „Der Druck wird aufrechterhalten, bis Nordkorea seine Worte mit konkreten Handlungen in Übereinstimmung bringt,“ sagte der südkoreanische Gesandte.

Die Stellungnahme des südkoreanischen Sicherheitsberaters im Wortlaut

Der nationale Sicherheitsberater Südkoreas, Chung Eui-yong, verkündete am Donnerstagabend in Washington als erster die überraschende Annäherung. Seine Erklärung im Wortlaut:

„Heute hatte ich das Privileg, Präsident Donald Trump über meinen jüngsten Besuch in Pjöngjang, Nordkorea, zu unterrichten. Ich möchte Präsident Trump, dem Vizepräsidenten und seinem wunderbaren nationalen Sicherheitsteam, einschließlich meines engen Freundes General McMaster, danken. Ich habe Präsident Trump erklärt, dass uns seine Führung und seine Politik des maximalen Drucks zusammen mit der internationalen Solidarität an diesen Punkt gebracht haben. Ich habe Präsident Trump die persönliche Dankbarkeit von Präsident Moon Jae In für seine Führung überbracht.

Ich habe Präsident Trump mitgeteilt, dass der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bei unserem Treffen sagte, er sei der Denuklearisierung verpflichtet. Kim hat versprochen, dass Nordkorea von weiteren Atom- oder Raketentest absehen werde. Er versteht, dass die routinemäßigen gemeinsamen Militärübungen zwischen Südkorea und den Vereinigten Staaten weitergehen müssen. Und er hat seine Bereitschaft ausgedrückt, Präsident Trump so bald wie möglich zu treffen.

Präsident Trump begrüßte das Briefing und sagte, er werde Kim Jong Un bis Mai treffen, um eine dauerhafte Denuklearisierung zu erreichen. Südkorea ist gemeinsam mit den Vereinigten Staaten, Japan und unseren zahlreichen Partnern auf der ganzen Welt ganz und gar einer vollständigen Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verpflichtet.

Wie auch Präsident Trump, sind wir optimistisch, einen diplomatischen Prozess fortzuführen, um die Möglichkeit einer friedlichen Lösung auszutesten. Südkorea, die Vereinigten Staaten und unsere Partner dringen gemeinsam darauf, dass wir die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen und dass der Druck so lange anhält, bis Nordkorea seinen Worten konkrete Taten folgen lässt.“

Quelle: dpa

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