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NYT-Herausgeber trifft Trump : „Schädlich für unser Land“

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Herausgeber der New York Times: Der 37 Jahre alte Arthur Gregg Sulzberger Bild: AP

Der Herausgeber der „New York Times“ hat Donald Trump im persönlichen Gespräch seine Meinung gesagt. Und dabei offenbar deutliche Wort gewählt.

          Dass Donald Trump ihm kritisch gesinnte Journalisten beschimpft, ist bekannt. Der Begriff der „Fake News“ hat sich durch den amerikanischen Präsidenten in aller Welt etabliert. Doch dabei blieb es nicht. Für den 72 Jahre alten Politiker sind Reporter auch „Volksfeinde“ oder „Lügner“. Manche Journalisten werden gleich von seinen Pressekonferenzen ausgesperrt. Mit eben diesen verbalen Angriffen auf Medienvertreter gefährde Trump nach Einschätzung des Herausgebers der „New York Times“, A. G. Sulzberger, die Sicherheit von Journalisten.

          Er habe Trump gewarnt, dass diese aufrührerische Rhetorik „zu einem Anstieg von Drohungen gegen Journalisten beiträgt und zur Gewalt führen wird“, teilte der 37-Jährige am Sonntag mit.

          Hintergrund von Sulzbergers Mitteilung ist ein Gespräch mit Trump im Weißen Haus. Trump hatte am Sonntag auf Twitter geschrieben, er habe „ein sehr gutes und interessantes Treffen“ mit Sulzberger gehabt. Die „New York Times“ teilte daraufhin mit, auf Bitten des Weißen Hauses hätte das Treffen am 20. Juli vertraulich bleiben sollen. Nachdem Trump das Gespräch nun selber öffentlich gemacht habe, habe sich Sulzberger ebenfalls dazu entschlossen, die Inhalte publik zu machen.

          Trumps Rhetorik suche Nachahmer

          Sulzberger teilte mit, er habe dem Präsidenten gesagt, dass er dessen Sprachwahl „nicht nur für polarisierend, sondern für zunehmend gefährlich“ halte. Das gelte besonders im Ausland, wo manche Regierungen Trumps Rhetorik zum Vorwand nähmen, gegen Journalisten vorzugehen. „Ich habe gewarnt, dass das Leben gefährdet, dass es die demokratischen Ideale unserer Nation schwächt und dass es eines unserer großartigsten Exportgüter untergräbt: ein Bekenntnis zur Meinungsfreiheit und einer freien Presse“, schrieb Sulzberger.

          Trump teilte mit, er habe lange mit Sulzberger über „die enorme Menge an Fake News gesprochen, die die Medien veröffentlichen“ – und wie diese „Fake News“ zum Begriff „Volksfeind“ geführt hätten. „Traurig!“, schrieb er auf Twitter. Sulzberger meinte, Trump stehe es frei, die Berichterstattung über seine Regierung öffentlich zu kritisieren, wenn er sie für unfair halte. Die pauschalen Angriffe gegen Journalisten seien aber „schädlich für unser Land“.

          Wenige Stunden später griff Trump wieder kritische Medien an, namentlich nannte er die „scheiternde“ „New York Times“ und die „Washington Post“. Beide Zeitungen „machen nichts, außer schlechte Geschichten sogar über sehr positive Errungenschaften zu schreiben – und sie werden sich nie ändern!“ Wenn Medien über interne Überlegungen der Regierung berichteten, gefährde das viele Menschen, nicht nur Journalisten. „Sehr unpatriotisch!“ Unklar blieb, worauf sich der amerikanische Präsident bei dem Vorwurf konkret bezog.

          Weiter beklagte sich Trump in einer Serie von Twitter-Botschaften über die Berichterstattung ihm gegenüber – und erinnerte daran, dass Medien auch Verantwortung tragen würden: „Pressefreiheit kommt mit einer Verantwortung, richtig über die Nachrichten zu berichten. 90 Prozent der Medienberichterstattung über meine Regierung ist negativ, trotz der gewaltigen positiven Ergebnisse, die wir erzielen.“ Danach drohte er den Medien: „Ich werde nicht erlauben, dass unser großartiges Land von den Anti-Trump-Hassern in der sterbenden Zeitungsindustrie ausverkauft wird.“

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