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Neue Sex-Vorwürfe gegen Trump : „Lügen, Lügen, Lügen“

  • Aktualisiert am

„Eine der größten Schmutzkampagnen in unserer Geschichte“: Donald Trump inszeniert sich auch in Charlotte, North Carolina, als Opfer einer Verschwörung Bild: dpa

Nach dem Bekanntwerden weiterer Vorwürfe wegen sexueller Belästigung macht sich Donald Trump über eine der Frauen lustig, die ihn beschuldigen. Er sieht sich als Opfer einer „Schmutzkampagne“ der „korrupten Medien“.

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          Je schwerer die Vorwürfe, desto heftiger die Gegenwehr: Donald Trump hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe sexueller Belästigung von Frauen als Teil einer „Schmutzkampagne“ bezeichnet. „Lügen, Lügen, Lügen“, sagte der republikanische amerikanische Präsidentschaftskandidat am Freitag in Greensboro im Bundesstaat North Carolina über die Anschuldigungen. Zugleich machte er sich über eine der Frauen lustig, die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhebt. „Glaubt mir, sie wäre nicht meine erste Wahl, das kann ich Euch sagen“, sagte Trump über die 74 Jahre alte Jessica Leeds, die dem Immobilienmilliardär vorwirft, sie vor mehr als 35 Jahren während eines Fluges betatscht zu haben.

          Bei seinen Anhängern erntete Trump damit Gelächter. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Charlotte bezeichnete er sich als „Opfer einer der größten politischen Schmutzkampagnen in der Geschichte unseres Landes“. An seine weiblichen Unterstützer gewandt äußerte er: „Ich liebe diese Schilder ,Frauen für Trump'“, als eine Frau ein solches Schild hochhielt. „Ich denke tatsächlich, dass ich gut mit Frauen klar komme.“

          Eine neue Quinnipiac-Umfrage sieht Trump bei den weiblichen Wählern allerdings 20 Prozentpunkte hinter seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton. Trump inszenierte sich vor seinen Anhängern überdies als Opfer einer Medienverschwörung. „Die korrupten Medien tun alles in ihrer Macht Stehende, um unsere Bewegung zu stoppen“, sagte er. Daran sei auch der mexikanische Milliardär Carlos Slim, Hauptanteilseigner der „New York Times“, beteiligt. „Carlos Slim kommt, wie Ihr wisst, aus Mexiko. Er hat viele Millionen Dollar den Clintons und ihrer Initiative gegeben.“

          Die Affäre hatte begonnen, als die „Washington Post“ vor gut einer Woche eine heimliche Aufzeichnung aus dem Jahr 2005 veröffentlicht hatte, in der Trump sich in vulgären Worten mit Übergriffen gegen Frauen brüstet. Kurz danach meldeten sich mehrere Frauen zu Wort, die Trump sexuelle Belästigung vorwarfen. Trump sprach von „Verleumdungen“, hinter denen Clintons Wahlkampfteam stecke. Gegen die „New York Times“, die mehrere Vorwürfe veröffentlichte, kündigte Trump eine Klage an. Eine ganze Reihe prominenter Republikaner distanzierten sich aber von ihm.

          „Er legte seine Hand auf meine Brust“

          Am Freitag erhoben zwei weitere Frauen Anschuldigungen: „Er begann mich aggressiv zu küssen und legte seine Hand auf meine Brust“, berichtete Summer Zervos bei einer Pressekonferenz in Los Angeles. Zervos hatte an Trumps Realityshow „The Apprentice“ teilgenommen. Nachdem sie ausgeschieden war, war sie mit Trump in Kontakt geblieben und hatte 2007 den Milliardär in einem Hotel in Beverly Hills getroffen. Sie habe über einen Job reden wollen, doch sei sie in einen Bungalow geführt worden, wo Trump sie geküsst und begrapscht habe. „Er umarmte mich, und ich versuchte, ihn wegzudrängen.“ Zervos sagte, sie habe sich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen, nachdem Trump bestritten hatte, jemals Frauen belästigt zu haben.

          In den nationalen Umfragen liegt Trump derzeit hinter Hillary Clinton – bei den Frauen, wen wundert’s, sowieso

          Das frühere Model Kristin Anderson sagte der „Washington Post“, Trump habe ihr Anfang der 90er Jahre in einem Nachtclub unter den Rock und zwischen die Beine gefasst. Trumps Wahlkampfteam erklärte, Trump erinnere sich „vage“ an Zervos. Sie habe nach dem Ende der Show weiter E-Mails an sein Büro geschrieben und ihn um Hilfe gebeten. Den Vorwurf der sexuellen Belästigung wies Trump zurück.

          Außerdem ließ sein Team einen als Cousin Zervos' vorgestellten Mann namens John Barry erklären, Zervos habe Trump jahrelang in höchsten Tönen gelobt. Sie sei aber enttäuscht gewesen, als dieser während des Vorwahlkampfs ihr Restaurant in Kalifornien gemieden habe.

          Trumps demokratische Kontrahentin Hillary Clinton versicherte, dass sie sich keinesfalls über den Skandal um Trump freue. „Ich bin überhaupt nicht glücklich darüber“, sagte sie in Seattle. „Es beschädigt unsere Demokratie.“

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