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Neuauszählung von Stimmen : Trump: „Nichts wird sich ändern“

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Kritisiert die von Hillary Clinton unterstützte Neuauszählung der Stimmen in drei Bundesstaaten: der designierte Präsident Donald Trump, hier Ende September bei ihrer TV-Debatte in Hempstead, New York Bild: dpa

Dass sich das Clinton-Lager an einer Initiative beteiligen will, die die Neuauszählung von Stimmen in drei Bundesstaaten fordert, empört den künftigen Präsidenten. Clinton habe die Wahl akzeptiert, so Trump.

          Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump hat Erwartungen, eine Neuauszählung der Stimmen im Bundesstaat Wisconsin könne am Wahlausgang noch etwas ändern, scharf zurückgewiesen. „Hillary Clinton hat die Wahl akzeptiert, als sie mich nach der Stimmabgabe und kurz vor der Siegesansprache angerufen hat“, schrieb Trump am Sonntag auf Twitter. „Nichts wird sich ändern.“

          In einem anderen Tweet schrieb der Republikaner: „Wir hatten freie und faire Wahlen. Wir haben die Ergebnisse akzeptiert, auch wenn wir sie vielleicht nicht gemocht haben, und das muss man von jedem erwarten, der bei einer Wahl kandidiert.

          Clintons Wahlkampf-Lager unterstützt eine Neuauszählung der Stimmen in drei Bundesstaaten. Aber es macht sich praktisch keine Hoffnung, dass sich am Wahlausgang etwas ändert. Trump hatte die von der Grünen-Bewerberin Jill Stein angestrebten Neuauszählungen zuvor als „aberwitzig" bezeichnet. Im Einzelnen geht es um Wisconsin, Pennsylvania und Michigan, wo das Resultat jeweils sehr knapp ausgefallen ist.

          Unwahrscheinlich, dass Clinton noch gewinnt

          Hätte Clinton am 8. November in diesen drei Staaten gewonnen, wäre sie und nicht ihr republikanischer Gegner Donald Trump der Gesamtsieger geworden. Zusammen sind es aber immer noch mehr als 100.000 Stimmen, die Clinton bei der Neuauszählung hinzugewinnen müsste. Nach übereinstimmender Einschätzung von Experten ist es sehr unwahrscheinlich, dass dies gelingt.

          Dass das Clinton-Team diese Einschätzung teilt, zeigt sich darin, dass es nicht selber die Initiative für Neuauszählungen ergriff, sondern jetzt lediglich Vorstöße der – bei der Wahl völlig chancenlosen – Stein unterstützt. Im Wesentlichen wird sich das Engagement des Clinton-Lagers auf die Entsendung von Beobachtern bei der Neuauszählung beschränken. Trump hatte in Wisconsin mit einem Vorsprung von 22.177 Stimmen gewonnen, wie die „New York Times“ am Sonntag schrieb. In Pennsylvania gewann er demnach mit einem Vorsprung von 70.638 Stimmen, und in Michigan, wo das Ergebnis erst am Montag offiziell feststehen wird, liegt er mit 10.704 Stimmen vorn.

          Die Neuauszählung in Wisconsin muss bis zum 13. Dezember abgeschlossen sein. Will Stein auch entsprechende Anträge in den beiden anderen Staaten einreichen, muss sie das der „Washington Post“ zufolge in Pennsylvania spätestens am Montag tun, in Michigan am Mittwoch. Dann laufen die Fristen ab.

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