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Amerikas Verhältnis zu Israel : Trump, Kushner und der Nahe Osten

Jared Kushner, Nahost-Berater und Schwiegersohn von Donald Trump, zusammen mit seiner Frau Ivanka Trump Bild: Reuters

Vor dem Treffen von Trump und Netanjahu geht es im Weißen Haus drunter und drüber. Helfen könnte der Schwiegersohn des amerikanischen Präsidenten. Und ein gemeinsamer Feind.

          Zu Beginn dieser Woche gab Bob Corker einen Schwank aus den ersten Sekunden des Präsidenten Donald Trump zum Besten. Der sei am Tag der Amtseinführung am 20. Januar „bereit gewesen, die Botschaft um zwölf Uhr eins zu verlegen, vielleicht sogar schon um zwölf Uhr und dreißig Sekunden“. Corker ist der republikanische Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat, und er verriet in einer Talkshow, dass die Verlegung der amerikanischen Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem für die neue amerikanische Regierung „ihre erste Handlung“ gewesen sein sollte. Doch dann passierte nichts. Trump und seine Umgebung hätten eine Evolution erlebt, so Corker. „Sie haben ein größeres Gespür für bestehende Komplexitäten bekommen.“

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Im Nahen Osten gelten diese Komplexitäten als ebenso groß wie unüberwindbar. Wenn der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an diesem Mittwoch Trump in Washington trifft, dann ist dies der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Treffen zwischen Israelis und Amerikanern, die zum Ziel hatten, Trump und seine Berater mit den Gegebenheiten vertraut zu machen – und möglichst auf eine Linie zu bringen mit den Wünschen Netanjahus. Doch wer Israels Ansprechpartner im Weißen Haus wirklich sind, ist derzeit wieder eine offene Frage.

          „Es geht bei einem Antrittsbesuch immer auch erst mal darum, Kommunikationskanäle aufzubauen und auszutesten“, sagt Dan Shapiro, der gerade aus dem Amt geschiedene amerikanische Botschafter in Israel, im Gespräch mit dieser Zeitung. Solche Findungsschwierigkeiten würden meist unterschätzt. Nicht einfacher macht dies ein Weißes Haus, in dem es personell drunter und drüber geht. Personen, auf die israelische Vertreter in diesem Jahr viel Zeit verwendet haben, sind plötzlich weggefallen: Der schon unter George W. Bush eingesetzte Nahost-Spezialist Elliott Abrams etwa war eigentlich für den Posten des stellvertretenden Außenministers vorgesehen. Bis ihn Trump aus einer Laune heraus strich, weil ihm dessen trumpkritische Äußerungen im Wahlkampf nicht gefallen hatten. Dem nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn, einem ausgesprochenen Iran-Kritiker, wurde dessen Nähe zum russischen Regime zum Verhängnis. Er trat zurück, als Netanjahu im Flugzeug nach Amerika saß. Flynn hatte den Netanjahu-Besuch maßgeblich vorbereitet. Noch am Freitag und am Montag hatte Flynn mit Netanjahus nationalem Sicherheitsberater zusammengesessen, um letzte Details des Treffens zu besprechen.

          Netanjahu war Gast im Haus der Kushners

          Nun richten sich noch mehr Blicke auf Trumps 36 Jahre alten Schwiegersohn Jared Kushner, den der Präsident zu seinem wichtigsten Berater für den Nahen Osten ernannt hat und der einen „ultimativen Deal“ mit Israel und den Palästinensern finden soll. Zu Kushners Familie pflegt Netanjahu eine enge Beziehung. Die Kushners gehören seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Spendengebern des Ministerpräsidenten. Sie förderten zudem Schulen, Krankenhäuser und andere Einrichtungen in Israel, auch in Siedlungen im Westjordanland. Nach Recherchen der „New York Times“ übernachtete Netanjahu Ende der neunziger Jahre sogar im Hause Kushner, und zwar im Kinderzimmer des Teenagers Jared.

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