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Treffen mit China und Russland : Trumps Außenminister lässt Nato-Konferenz wohl ausfallen

  • Aktualisiert am

Amerikas Außenminister Rex Tillerson vergangenen Sonntag bei Chinas Staatschef Xi Jinping. Bild: EPA

Wie wichtig ist die Allianz für Amerikas Außenminister? Rex Tillerson habe keine Zeit für seine Nato-Ministerkollegen, berichten Insider. Für die Regierung in Washington scheint Asien gerade wichtiger zu sein.

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          Amerikas Außenminister Rex Tillerson will Regierungskreisen zufolge am Treffen seiner Nato-Kollegen am 5. und 6. April in Brüssel nicht teilnehmen. Stattdessen wolle er in Florida bei den Gesprächen von Präsident Donald Trump mit dessen chinesischem Kollegen Xi Jinping am 6. und 7. April dabei sein, sagten am Montag mehrere Regierungsvertreter in Washington. Tillerson hatte vergangenes Wochenende Peking besucht und dabei Gespräche mit Xi geführt.

          Für den 12. April plane Tillerson dann einen Besuch in Moskau, heißt es weiter. Frühere amerikanische Regierungsvertreter äußerten die Sorge, dass diese Terminplanung womöglich Beunruhigung unter Verbündeten ihres Landes auslöst. Tillerson könne damit den Eindruck verstärken, dass die Vereinigten Staaten mit Russland anbändeln. Die Konferenz in Brüssel wäre Tillersons erstes Treffen im Kreis der Außenminister aller 28 Nato-Mitgliedsstaten.

          Die Bundespolizei FBI ermittelt derzeit, ob es Kontakte zwischen der Regierung in Moskau und Personen mit Verbindungen zu Trumps Wahlkampfteam gab. Trump hat sich wiederholt lobend über seinen russischen Kollegen Wladimir Putin geäußert. In der Nato hatte Trump für Verunsicherung gesorgt mit der Äußerung, das Verteidigungsbündnis sei „obsolet“. Tillerson hatte in seiner früheren Funktion als Spitzenmanager des Ölkonzerns Exxon Mobil jahrelang mit der russischen Regierung zusammengearbeitet.

          Nordkorea-Sanktionen im Gespräch

          Weiterhin hieß es aus Regierungskreisen in Washington, die Regierung erwäge weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea. Deren Ziel wäre es, das Land vom weltweiten Finanzsystem abzuschneiden. Dazu könnten chinesische Banken und Firmen diplomatisch unter Druck gesetzt werden, die Geschäfte mit Nordkorea machen.

          Die Schritte wären demnach Teil eines mehrgleisigen Vorgehens, das auch verstärkte Verteidigungsvorkehrungen der Vereinigten Staaten und von deren Verbündeten Südkorea und Japan vorsieht.

          Tillerson hatte vergangene Woche bei seinem ersten Asien-Besuch eine härtere Gangart gegenüber Nordkorea angekündigt. Dabei schloss er zwar auch ein militärisches Vorgehen nicht aus. Washington bevorzugt aber weniger riskante Optionen. Das Thema Nordkorea dürfte bei Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

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