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Nach Watergate-Vergleich : Obama weist Abhör-Vorwurf von Trump zurück

  • Aktualisiert am

Am 10. November, zwei Tage nach Trumps Wahlsieg, traf der künftige den noch amtierenden Präsidenten im Oval Office – jetzt erhebt Trump schwere Anschuldigungen gegen Obama Bild: AP

„Das ist Nixon/Watergate“: Auf Twitter wirft Donald Trump seinem Vorgänger vor, ihn im Wahlkampf abgehört zu haben – und nennt Obama einen „bösen (oder kranken) Typen“. Der wiederum lässt seinen Sprecher antworten.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump hat am Samstag in rüdem Ton schwere Vorwürfe gegen seinen Vorgänger Barack Obama erhoben. Trump schrieb in einer Serie von Tweets, Obama habe ihn vor der Präsidentschaftswahl im Trump-Tower abhören lassen. „Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!“

          Wenige Stunden später ließ Obama über seinen Sprecher Kevin Lewis mitteilen, dass er die Vorwürfe seines Nachfolgers entschieden zurück weist. Weder Obama noch “irgendein Verantwortlicher im Weißen Haus“ habe jemals das Abhören irgendeines amerikanischen Bürgers angeordnet, erklärte Lewis.

          Trump zog auch einen Vergleich zur Watergate-Affäre, als der amerikanische Präsident Richard Nixon infolge einer Affäre zurücktreten musste, in der es um angezapfte Telefone ging. Trump nannte keine Belege. Er muss sich mit seinen Anschuldigungen aber wohl auf Untersuchungen bezogen haben, die FBI und Geheimdienste 2016 in seinem Umfeld vorgenommen haben sollen. Angeblich sollte untersucht werden, ob es finanzielle Verbindungen aus Trumps Umfeld nach Russland gab. Die Berichte bezogen sich auf polizeiliche und geheimdienstliche Untersuchungen. Nach allem, was bekannt ist, hatte Obama damit nichts zu tun. Abhöraktionen wie die unterstellte müssten von James Comey angeordnet werden, dem Chef des FBI, nicht vom Weißen Haus.

          Am Donnerstag hatte eines der vielen rechtsgerichteten Talk Radios in den Vereinigten Staaten (Mark Levin) berichtet, Obama stecke hinter solchen Untersuchungen. Am Freitag griff Breitbart News das auf. Am Samstag twitterte der Präsident.

          Berichte über Untersuchungen in Trumps Umfeld sind bekannt. Zuletzt hatte am 19. Januar, dem Vorabend seiner Amtseinführung, die „New York Times“ ausführlich darüber berichtet. Es wurde damals nicht klar gesagt, ob es etwa neben Untersuchungen von Bankkonten auch Abhöraktionen gab und wen sie betrafen. Erste Reaktionen schlossen am Samstag nicht aus, dass Trump mit seiner Aufsehen erregenden Aktion von größeren Schwierigkeiten ablenken will, die sich aus nicht geklärten, möglichen Beziehungen seines Wahlkampfteams und nun seiner Regierung zu Russland ergeben.

          Große amerikanische Medien wie „Washington Post“ und „New York Times“ erschienen am Samstag mit Titelgeschichten zu Russland und Trump. Trump versucht immer wieder, Themen selber zu setzen und so Berichterstattung zu lenken. Nach seiner Rede an den Kongress am Dienstag hatten viele Medien berichtet, Trump habe sich mit diesem Auftritt als präsidentiell“ gewandelt präsentiert. Am Samstag hieß es in vielen Kommentaren zu Trumps zorniger Twitter-Serie, sie beweise einmal mehr, dass es nur einen Donald Trump gebe.

          In den vergangenen Tagen war Trump auf Twitter eher still gewesen, das endete am Samstag. Am Morgen schloss er seine Twittersalve mit einem Angriff auf Arnold Schwarzenegger ab. Der Hollywood-Star und frühere Gouverneur hatte am Vortag als Trumps Nachfolger bei der amerikanischen Show „The Apprentice“ gekündigt. Trump schrieb, Schwarzenegger sei nicht freiwillig gegangen, sondern wegen schlechter Quoten. Der Präsident ist über das Wochenende in Mar-a-Lago in Florida. Es ist das vierte Wochenende, das er dort verbringt, seit er Präsident wurde.

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