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Nach Wahl in Amerika : Schüsse bei Anti-Trump-Demo

  • Aktualisiert am

Demonstranten bei Protesten gegen Trump in Miami Bild: Reuters

Bei einer Anti-Trump-Demonstration in Portland ist ein Mann durch Schüsse verletzt worden. Die Polizei sucht einen Verdächtigen, die Hintergründe sind jedoch vollkommen unklar.

          2 Min.

          Bei einer Anti-Trump-Demonstration in Portland ist in der Nacht zum Samstag eine Person angeschossen worden. Die Polizei rief die Demonstranten auf, das Gebiet im Zentrum der Stadt im Bundesstaat Oregon an der Westküste der Vereinigten Staaten zu verlassen. Zudem suchte die Polizei Zeugen des Vorfalls. Was hinter der Tat steckt, ist jedoch noch völlig unklar. In einer Pressemitteilung der Polizei heißt es, sie suche nach einem afroamerikanischen Teenager mit schwarzem Kapuzenpullover und blauer Jeans. Außerdem heißt es in dem Bericht, vor dem Vorfall habe es eine verbale Auseinandersetzung zwischen Anti-Trump-Demonstranten und Insassen eines Autos gegeben. Ein Jugendlicher sein daraufhin aus dem Fahrzeug ausgestiegen und habe auf das Opfer geschossen.

          Zuvor war die Polizei wie bereits in der Nacht auf Freitag mit Pfefferspray und Blendgranaten gegen die Demonstranten vorgegangen. Diese hatten Straßen blockiert und mit Gegenständen nach den Polizisten geworfen. Am Donnerstag wurden mindestens 26 Personen festgenommen, nachdem Fensterscheiben eingeworfen und Autos beschädigt worden waren. In Los Angeles kam es sogar zu 185 Festnahmen.

          Bereits die dritte Nacht in Folge demonstrierten Tausende landesweit gegen die Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten. Mit Einbruch der Dunkelheit gingen am Freitag Trump-Gegner unter anderem in Miami, Atlanta, Philadelphia, New York und San Francisco auf die Straßen. Es treibt sie die Sorge um, dass Trump die Bürgerrechte beschneiden könnte. Der 70 Jahre alte Immobilienmogul hat nicht zuletzt mit rassistischen Äußerungen polarisiert. Trotz versöhnlicherer Töne seit seinem Sieg ist das Land tief gespalten.

          In Miami marschierten mehrere tausend Demonstranten durch die Innenstadt. Einige hundert Teilnehmer blockierten eine Schnellstraße. In New York versammelten sich am Freitag in Manhattan rund 1200 Menschen, um gegen den Rechtspopulisten zu demonstrieren. Einige Teilnehmer trugen große rote Ballons mit Herzen und der Aufschrift „Peace and Love“ (Frieden und Liebe).

          Andere Demonstranten trugen Plakate, auf denen stand: „Deine Mauer kann uns nicht im Weg stehen“ – eine Anspielung auf Trumps Wahlkampfversprechen, zur Eindämmung der illegalen Einwanderung eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten. Teilnehmer sagten, sie wollten ihre Solidarität mit den Bevölkerungsgruppen bekunden, gegen die sich Trumps Politik richte, etwa Mexikaner und Muslime. Die Organisatoren planen für Sonntag eine große Demonstration am selben Ort, dem Washington Square.

          „Wir sind hier, um die Menschen zu unterstützen, die Trump beleidigt hat, und um unseren Kindern zu zeigen, dass wir alle eine Stimme haben und für die Menschenrechte eintreten“, sagte die 41 Jahre alte Kim Bayer. „Wir haben die Sorge, dass die Trump-Regierung eine Katastrophe für die Menschenrechte wird. Ich hatte noch nie so viel Angst in meinem Leben. Wir müssen hier draußen sein und laut sein.“ Der 25 Jahre alte Jamie sagte, es herrsche „viel Unsicherheit“. „Und wir brauchen eine Botschaft der Liebe.“

          Für das Wochenende sind weitere Proteste geplant. Am Samstag wollen Trump-Gegner unter anderem in New York und Los Angeles demonstrieren. Organisatoren sagten, sie hätten einen langen Atem. Zur Amtseinführung von Trump am 20. Januar wollten Zehntausende ihre Wut auf den Immobilien-Milliardär zum Ausdruck bringen, sagte Walter Smolarek, einer der Organisatoren der geplanten Veranstaltung. Am 21. Januar wollen zehntausende Frauen an einem „Million Women March“ in Washington teilnehmen.

          Trump hatte sich wiederholt abfällig gegenüber Frauen geäußert. Der Wahlkampf-Endspurt war wesentlich von Sexismus-Vorwürfen gegen ihn geprägt. Auslöser war die Veröffentlichung eines Videos aus dem Jahr 2005, in dem er sich vulgär über Frauen äußerte. Trump entschuldigte sich zwar und beteuerte, er habe die beschriebenen Handlungen nie vollzogen. Dem widersprachen jedoch mehrere Frauen, die in verschiedenen Medien konkrete sexuelle Übergriffe beschrieben. Trump wies die Anschuldigungen zurück.

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