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Nach Trumps Kaufangebot : Amerika will Konsulat in Grönland eröffnen

  • Aktualisiert am

Eisblöcke treiben vor der Hauptstadt der dänischen Autonomieregion Grönland Nuuk. Bild: AP

Trumps Kaufangebot für Grönland stieß in Dänemark auf deutliche Ablehnung. Nun möchte die amerikanische Regierung ihre dortige Präsenz offenbar auf andere Weise ausweiten.

          Inmitten der jüngsten Irritationen über die Absichten der amerikanischen Regierung, Grönland zu kaufen, plant die Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump offenbar, dort wieder ein Konsulat zu eröffnen. Dies habe das Außenministerium in einem Brief an den Kongress geäußert, wie der Guardian berichtet. In dem Brief heißt es demnach, eine Wiedereröffnung der diplomatischen Vertretung in Grönlands Hauptstadt Nuuk sei Teil eines Plans, die amerikanische Präsenz in der Arktis auszuweiten. Eine Kopie des Schreiben liege der Nachrichtenagentur Associated Press vor.

          Weiter heiße es in dem Brief an das Komitee für internationale Beziehungen des Senats, die Vereinigten Staaten hätten „ein strategisches Interesse daran, ihre politischen, wirtschaftlichen und kommerziellen Beziehungen in der arktischen Region zu verstärken“. Eine ständige diplomatische Vertretung auf der Nordatlantikinsel erlaube es Washington, essentielle Interessen in Grönland zu schützen und die Beziehungen zu grönländischen Offiziellen sowie der dortigen Gesellschaft zu vertiefen.

          Bereits in der Vergangenheit gab es auf Grönland ein amerikanisches Konsulat. Dieses wurde 1940 nach der Besetzung Dänemarks durch das nationalsozialistische Regime eröffnet und dreizehn Jahre später wieder geschlossen. Zurzeit beschäftigt sich nach Angaben des Außenministeriums bereits ein Beamter in der amerikanischen Botschaft in Dänemark mit den Beziehungen zu Grönland. Ab Herbst oder wenig später sollen weitere Angestellte auf Grönland hinzukommen. Bis 2020 solle der Mitarbeiterstab auf sieben Personen anwachsen.

          Trump hatte in der vergangenen Woche mit einem Kaufangebot für Grönland für Aufsehen gesorgt. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erteilte diesem Vorhaben jedoch eine deutliche Absage und bezeichnete Trumps Pläne als absurd. Dies veranlasste den amerikanischen Präsidenten, Frederiksens Wortwahl als „gemein“ zu bezeichnen. Einen für Anfang September geplanten Dänemark-Besuch hatte Trump daraufhin abgesagt. In einem Telefongespräch haben sich die Regierungschefs am Freitag jedoch ausgesprochen. “Wir haben zu Dänemark eine sehr gute Beziehung“, sagte Trump nach dem Telefonat mit Frederiksen, die er als “wunderbare Frau“ bezeichnete. 

          Grönland gehört seit dem 18. Jahrhundert zu Dänemark, besitzt allerdings Autonomiestatus. Aus geostrategischer Sicht ist Grönland von Interesse, da die Insel eine potentielle Anlaufstelle für eine Schiffsroute durch die Arktis ist. Darüber hinaus vermutet man unter der Eisschicht, die einen großen Teil der Insel bedeckt, große Mengen an Bodenschätzen, darunter Öl, Gas, Gold und Diamanten sowie Uran, Zink und Blei.

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