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Nach Freispruch : Trump vertreibt Impeachment-Zeugen aus dem Weißen Haus

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Oberstleutnant Alexander Vindman, Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates, vor dem Geheimdienstausschuss des amerikanischen Repräsentantenhauses Bild: dpa

Oberstleutnant Alexander Vindman ist der führende Ukraine-Fachmann im Nationalen Sicherheitsrat des amerikanischen Präsidenten. Seine Rolle im Amtsenthebungsverfahren dürfte ihn nun seinen Job kosten.

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          Nach dem Freispruch im Amtsenthebungsverfahren will Amerikas Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge einen Berater des Nationalen Sicherheitsrates aus dem Weißen Haus verbannen, der gegen ihn ausgesagt hatte. Oberstleutnant Alexander Vindman solle demnächst darüber informiert werden, dass er ins Pentagon versetzt werde, berichtete die „Washington Post“ am späten Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf zwei mit der Entscheidung vertraute Personen. Damit werde eine Schlüsselfigur in dem Impeachment-Prozess aus dem Weißen Haus entfernt.

          Vindman selbst habe Mitarbeitern gesagt, er rechne damit, in den nächsten Wochen ins Verteidigungsministerium zurückzukehren, berichtete der Sender CNN. Offen sei, ob dies freiwillig oder auf Betreiben der Regierung geschehe. Planmäßig wäre Vindman erst im Juli mit Ablauf seiner zweijährigen Berufung aus dem Nationalen Sicherheitsrat ausgeschieden, hieß es weiter.

          Der 44 Jahre alte Offizier hatte im November als Zeuge bei den Impeachment-Anhörungen seine Kritik an den Aussagen Trumps bei einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bekräftigt. „Es war unangebracht, es war unangemessen vom Präsidenten, eine Untersuchung eines politischen Gegners zu erbitten, einzufordern“, sagte er damals. Vindman, der führende Ukraine-Fachmann im Nationalen Sicherheitsrat, hatte das Gespräch nach eigenen Angaben live mitgehört.

          Der amerikanische Senat, in dem Trumps Republikaner die Mehrheit haben, hatte den Präsidenten am Mittwoch von allen Anklagepunkten im Impeachment-Verfahren freigesprochen. Nach monatelangen Ermittlungen und einem fast dreiwöchigen Prozess im Senat ist das Amtsenthebungsverfahren damit vorbei. Hintergrund war die Ukraine-Affäre gewesen: Trump soll Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen demokratischen Rivalen Joe Biden gedrängt haben, um die amerikanische Präsidentenwahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

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