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Nach der TV-Debatte : Am Tiefpunkt

Es war der schaurige Tiefpunkt eines ohnehin schmutzigen Wahlkampfs. Das zweite Fernseh-Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton hat gezeigt: Der Kandidat der Republikaner ist die Stimme des Hasses seiner Anhänger auf die Eliten.

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          Die beiden Kandidaten betreten die Bühne – und geben sich nicht die Hand. Dieser Verzicht auf ein Minimum an zivilisierten Umgangsformen markiert den traurigen Zustand eines Wahlkampfs, wie er einmalig ist in der jüngsten amerikanischen Geschichte.

          Wenn man glaubt, die Auseinandersetzung zwischen Donald Trump und Hillary Clinton könne eigentlich nicht tiefer sinken, wird man immer wieder eines Besseren belehrt. Das Maß an persönlicher Verunglimpfung, wahrheitswidrigen Behauptungen und an Niedertracht, das bei der zweiten Fernsehdebatte zum Ausdruck kam, war ungeheuerlich, und es ging in der Regel auf das Konto des für die Republikaner antretenden Immobilienmilliardärs. Verfassung, Recht?

          Ein Präsident Trump werde schon zeigen, wo der Hammer hängt – und mal damit anfangen, die frühere Außenministerin wegen ihrer E-Mail-Affäre ins Gefängnis zu werfen. Das ist ein Egomane mit einem ganz, ganz großen Mundwerk. Angesichts der vielen Lügen-Vorwürfe, mit denen Trump Clinton überzog, muss man die Demokratin fast für ihre Beherrschtheit bewundern.

          Vor diesem sogenannten Bürgergespräch war viel davon die Rede gewesen, dass es entscheidend sein könne für den Fortgang des Wahlkampfs und womöglich gar für den Ausgang der Wahl. Es war sogar gemutmaßt worden, Trump könne nach dem Aufruhr über seine sexistischen Sprüche – Aufruhr auch in der Republikanischen Partei – das Handtuch werfen.

          Davon kann nicht die Rede sein; es hatte sowieso etwas Verzweifeltes, darüber ernsthaft nachzudenken. Donald Trump wird nicht aufgeben, ob sich viele prominente Republikaner nun seiner schämen und auf Distanz zu ihm gehen oder nicht. Seine Vorstellung in der Nacht zum Montag war nicht die eines reuigen Sünders, sondern die eines aggressiven – und diesmal besser vorbereiteten – Jägers, der Beute machen will.

          Seine treuen Anhänger, viele Millionen weißer Wähler, rücken nicht von ihm ab, nicht wegen seiner schmutzigen, zuweilen bösartigen Reden. Er ist die Stimme ihres Hasses auf jedwede Eliten, auf „das System“ und, eben, auf Hillary Clinton.

          In vier Wochen wird gewählt. Es bleibt dabei: Die amerikanischen Wähler haben die Wahl zwischen dem Demagogen Trump und Clinton, der Unbeliebten. In welchem Zustand ist dieses Amerika eigentlich?

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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