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Nach dem Republikaner-Parteitag : Romneys simple Botschaft

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Plakate und Ballons liegen nach dem Parteitag der Republikaner auf dem Boden der Veranstaltungshalle in Tampa (Florida) Bild: REUTERS

Mitt Romney will Amerika aus dem Tal der Tränen führen. Beim Parteitag der Republikaner legt er große Pläne vor. Doch Kritiker monieren, seine Politik diene vor allem den Reichen.

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          Die Inszenierung der Parteitagsstrategen ist aufgegangen: Der Saal brodelt. „USA, USA“ rufen die Menschen. Es regnet Konfetti und Luftballons. Mitt Romney, der Mann, der ins Weiße Haus will, hat beim Treffen der Republikaner in Tampa doch noch Begeisterung entfacht. Seine Botschaft ist einfach und voller Zuversicht: Der Wahlsieg gegen Barack Obama ist möglich. Doch Kritiker fragen: Wie sehr will Romney Amerika verändern? Soll die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer werden?

          „Ich wünschte, Obama wäre erfolgreich gewesen, weil ich will, dass Amerika erfolgreich ist“ - mit einem raffinierten rhetorischen Schachzug eröffnet Romney seine Rede. „Aber seine Versprechen wichen der Enttäuschung und Uneinigkeit“, fährt er fort. „Jetzt ist der Moment, in dem wir etwas tun können.“ Die Botschaft: Obama kann es nicht, wir werden es richten.

          Romney, der nicht gerade als großer Redner gilt, greift Obama streckenweise mit ätzenden Spott an. „Präsident Obama hat versprochen, die Anhebung der Meeresspiegel zu verlangsamen und den Planeten zu heilen. Mein Versprechen ist, Ihnen und Ihrer Familie zu helfen.“ Der Saal krümmt sich geradezu vor Lachen - viele Republikaner halten wissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel für puren Hokuspokus.

          Romney verspricht den Amerikanern Großes

          Vieles mag an diesem Abend von den Parteistrategen geschickt inszeniert und eingefädelt worden sein. Doch Romney Auftritt ist mehr als nur eine brave Pflichtübung. Es scheint, als habe es der als Langweiler verrufene Romney doch noch geschafft, die eigene Partei in den Bann zu ziehen - zumindest in Tampa, zumindest an diesem Abend.

          Romney verspricht den Amerikanern Großes, falls er ins Weiße Haus einzieht. Zwölf Millionen neue Jobs sollen her. Bis 2020 müsse das Land unabhängig von Energie aus dem Ausland sein. Die Schulden seien runter zufahren. Die amerikanischen Streitkräfte müssten die stärksten der Welt bleiben. Doch anders als sonst so häufig vermied Romney in Tampa, seine Zuhörer mit Einzelheiten zu langweilen.

          „Ich kandidiere als Präsident, um eine bessere Zukunft zu schaffen“, ruft er dem Parteitag vollmundig zu. Das klingt vage und schwammig. Kritiker fragen sich, ob Romney und sein Vizekandidat Paul Ryan mit ihren drastischen Sparplänen, mit ihrem Versprechen von Steuersenkungen auch für Reiche und Superreiche tatsächlich für den Aufbruch stehen, den die USA so dringend brauchen.

          Obama hat reichlich Schwachstellen

          Kein Zweifel: Romney ist ein ernster, ein gefährlicher Gegner für Obama. Im Kern ist er kein Erzkonservativer der Tea-Party-Bewegung, den Obama einfach abtun kann. Keinesfalls ist das Rennen schon gelaufen. Der Amtsbonus, von dem Präsidenten sonst zehren, ist derzeit nicht viel wert. Anhaltend hohe Arbeitslosigkeit, eine noch immer flaue Wirtschaft - Obama hat reichlich Schwachstellen, die Romney in den nächsten Wochen angreifen wird.

          Doch viele fürchten, dass nach einem Wahlsieg Romneys Amerika noch ein Stück kälter und unbarmherziger werden könnte, dass die Kluft zwischen Oben und Unten in der Gesellschaft sich vergrößert.

          Nach den Plänen Romneys würde die Steuerobergrenze von 35 auf 28 Prozent fallen. Noch schweigt Romney geflissentlich darüber, an welchen Sozialetats er ansetzen will. Schon malt die „Washington Post“ das Gespenst an die Wand, dass Romney am 6. November eine Mehrheit in beiden Kongresskammern gewinnen könnte. Die Republikaner hätten dann freie Hand. „Sie könnten den Spitzensteuersatz auf den niedrigsten Stand seit 80 Jahren drücken“, befürchtet das Blatt.

          Das sind just die Punkte, an denen Obama ansetzen wird. Bereits Anfang nächster Woche steigt der Parteitag der Demokraten. Dann hat Obama seinen großen Auftritt.

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