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Nach Angriff auf Synagoge : Trump will mit Pittsburgh trauern

  • Aktualisiert am

In Pittsburgh nicht bei allen willkommen: Donald Trump Bild: AFP

Nach dem Angriff auf eine Synagoge will Donald Trump heute nach Pittsburgh reisen, um mit der Stadt zu trauern. Dort ist er aber nicht erwünscht. Pittsburghs Bürgermeister erklärte, Trump solle nicht kommen „während wir die Toten begraben“.

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          Drei Tage nach den Schüssen auf Gläubige in einer Synagoge in Pittsburgh besucht der amerikanische Präsident Donald Trump am Dienstag die Stadt in Pennsylvania. Der Präsident wolle gemeinsam mit der jüdischen Gemeinde um die Opfer trauern und die Unterstützung des amerikanischen Volkes ausdrücken, sagte die Sprecherin des amerikanischen Präsidialamtes, Sarah Sanders, am Montag in Washington. Trump werde von seiner Frau Melania begleitet.

          Trumps Besuch wird in Pittsburgh teils scharf kritisiert. Pittsburghs Bürgermeister Bill Peduto sagte zu Reportern, Trump solle nicht kommen „während wir die Toten begraben“. Auch eine Gruppe jüdischer Geistlicher hatte in einem offenen Brief Trump mitgeteilt, er sei in Pittsburgh nicht willkommen solange er nicht vollends den weißen Nationalismus verurteile. Kritiker machen Trumps Attacken auf Medien, Migranten und Gegner mitverantwortlich für ein vergiftetes politisches Klima in den Vereinigten Staaten.

          Trumps Sprecherin Sanders bezeichnete das Attentat als eiskalten Massenmord und sagte, Trump habe Rassismus, Fanatismus und Hass in allen Formen verurteilt. Der Präsident hatte sich kurz nach der Tat schockiert gezeigt und seinen Besuch in Pittsburgh angekündigt, zunächst aber seinen Wahlkampf vor der Kongresswahl am 6. November fortgesetzt.

          Am Samstag hatte ein antisemitischer Attentäter in der Synagoge während des Gottesdienstes um sich geschossen und elf Menschen getötet. Der 46-Jährige wurde bei einem Schusswechsel mit der Polizei verletzt. Am Montag wurde er unter schweren Sicherheitsvorkehrungen dem Bundesgericht in Pittsburgh vorgeführt, das seine Untersuchungshaft angeordnet. Der Mann hatte im Internet wiederholt antisemitische Beiträge gepostet, auch unmittelbar vor dem Anschlag.

          Der Anschlag auf die Synagoge und die an den Sender CNN und mehrere Demokraten – darunter die früheren Präsidenten Barack Obama und Hilary Clinton – verschärfen die Debatte über die Wortwahl Trumps. Kritiker werfen dem republikanischen Präsidenten vor, Hass zu schüren und Rechtsextremismus zu befördern. Die amerikanische Regierung weist dies zurück.

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