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Mitt Romney : Nicht untergegangen

Lächeln Richtung Kontrahent: Mitt Romney im Fernsehduell mit Barack Obama Bild: dapd

Im ersten Fernsehduell mit Präsident Barack Obama musste Mitt Romney über sich hinauswachsen, um eine Chance auf den Einzug ins Weiße Haus zu wahren. Das ist ihm geglückt. Ein Trendverstärker aber ist der Auftritt nicht.

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          Wenn diese mit Anstand geführte Fernsehdebatte tatsächlich die letzte Chance war, der Wahl vielleicht noch eine Wende zu geben, dann hat Mitt Romney sie nicht verstreichen lassen. Die Latte war für den republikanischen Herausforderer Präsident Barack Obamas ziemlich hoch gelegt worden; ja, sie wurde zur politischen Existenzfrage ausgerufen: Wachse Romney nicht über sich hinaus, dann sei die Wiederwahl Obamas so gut wie sicher. Die Amerikaner erlebten jetzt einen Herausforderer, der sich vor einem nationalen Publikum als ebenbürtig erwies, mit dem der Amtsinhaber, dessen argumentative Fähigkeiten bekannt sind, nicht den Boden aufwischen konnte. Das war schon etwas, jedenfalls mehr, als erwartet worden war. Es dürfte Wähler geben, welche die Frage, ob Romney das Zeug zum Präsidenten hat, jetzt mit Ja beantworten werden - jene bis dahin unentschiedenen Wähler, die besonders umworben werden und auf deren Stimmen es mutmaßlich ankommt.

          Gestenreich: Mitt Romney nutzt seine Hände, um eine Bemerkung zu unterstreichen

          Werden diese Wähler auch vom inhaltlichen Angebot überzeugt sein? Romney versprach Steuerkürzungen und Haushaltskonsolidierung, er gab sich als Schutzpatron des Verteidigungshaushalts und als derjenige, der Obamas Gesundheitsreform, das Prestigeprojekt des Präsidenten rückgängig machen werde. Und natürlich versprach er Arbeitsplätze, Arbeitsplätze, Arbeitsplätze. Schließlich ist die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt Obamas politische Achillesferse. Ob Romneys Programm rund und stimmig ist, bleibt zweifelhaft oder Glaubenssache: In vielem ist es eine Zusammenstellung republikanischer Glaubenssätze und ideologischer Versatzstücke. Aber die Alternative ist vor den Wählern nun ausgebreitet. Die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten ist eine Richtungswahl, das ist klar. Aber wann war sie das nicht? Es sind noch nicht einmal zehn Bundesstaaten, die den Ausschlag geben, wer der künftige Präsident sein wird. In den meisten von denen hatte Obama zuletzt die Nase vorn, den Vorsprung vor seinem Verfolger hatte er in den Meinungsumfragen ausgebaut. Der Verlauf der ersten direkten Konfrontation ist kein Trendverstärker. Ob das also die große Wende ist? Bei der nächsten Debatte dürfte Obama mit weit mehr Aggressivität auftreten. Aber auch das wäre ein Kommentar in eigener Sache.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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