https://www.faz.net/-gpf-9dke3

Ehemaliger „Ausputzer“ : Cohen gibt Verstöße zu – und belastet Trump

  • Aktualisiert am

War einmal Trumps Feuerwehrmann, nun muss er für alle Präsidentschaftshilfen offenbar selbst geradestehen: Der Anwalt Michael Cohen Bild: AFP

Michael Cohen, früherer Anwalt von Donald Trump, hat gestanden, gegen das amerikanische Wahlkampffinanzierungsgesetz verstoßen zu haben. Es geht um Schweigegeldzahlungen, die er für Amerikas Präsidenten ausführte.

          1 Min.

          Der langjährige Anwalt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Michael Cohen, hat mehrere Verstöße gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung eingeräumt. Cohen sagte vor einem Gericht in New York aus, dass er dies im Auftrag eines Kandidaten getan habe, nannte dessen Namen aber nicht, wie eine dpa-Reporterin vor Ort berichtete. Seine Aussage wurde aber so interpretiert, dass er sich damit nur auf Trump beziehen konnte.

          Laut der „New York Times“ sagte der 51 Jahre alte Jurist einem Richter in Manhattan, dass die Zahlungen den „hauptsächlichen Zweck hatten, die Wahl zu beeinflussen“. Insgesamt bekannte sich Cohen in acht Punkten schuldig, darunter Steuerhinterziehung und Falschaussage gegenüber einer Bank. Das Urteil gegen ihn soll am 12. Dezember folgen.

          Laut Bloomberg erklärte Cohen vor Gericht, er habe 130.000 US-Dollar im Auftrag des Kandidaten an eine Person gezahlt, damit diese schweige. Zu einem anderen Zeitpunkt hatte Cohen erklärt, dass er diese Summe einen Monat vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 an die Pornodarstellerin Stormy Daniels bezahlt hatte. Daniels behauptet, sie habe eine Affäre mit Trump gehabt. Außerdem soll Cohen eine Schweigegeldzahlung von 150.000 Dollar an das ehemalige Playmate Karen McDougal organisiert haben, die ebenfalls sagt, sie habe eine Affäre mit Trump gehabt.

          Ermittler des FBI hatten im April das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer von Cohen durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittenen Zahlungen. Den Tipp bekamen die Ermittler laut Cohens Anwalt von Robert Mueller, dem früheren FBI-Direktor und Sonderermittler in der Russland-Affäre.

          Cohen wurde oft als Trumps „Ausputzer“ beschrieben und galt ihm gegenüber als äußerst loyal. In den vergangenen Wochen deutete er aber in Gesprächen an, dass er auf Distanz zu seinem früheren Chef gegangen ist und behauptete zuletzt auch, dass Trump ein Treffen seines Sohnes mit den Russen während des Wahlkampfes 2016 abgesegnet habe. Zudem wurde ein Mitschnitt eines Gesprächs zwischen ihm und Trump öffentlich, den Cohen offenbar heimlich gemacht hatte. In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC sagte er, er würde seine Familie und das Land über den Schutz von Trump stellen, wenn ihm die Ermittler eine Vereinbarung offerieren.

          Kurz nach Cohens Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft – und seiner Belastung Donald Trumps – folgte der nächste Schlag gegen den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Sein früherer Wahlkampfmanager, Paul Manafort, wurde ebenfalls wegen Steuerhinterziehung und Betrug schuldig gesprochen.

          Weitere Themen

          Loben, um zu tadeln

          Trump und die Demokraten : Loben, um zu tadeln

          Die Demokraten seien zwar eine „lausige“ Partei, aber immerhin hielten sie zusammen, sagt der amerikanische Präsident. Mit seiner Bemerkung zielt Trump auf die eigenen Republikaner.

          Topmeldungen

          Das britische Unterhaus am Dienstag Abend

          Johnson-Zeitplan abgelehnt : Brexit zum 31.Oktober nahezu ausgeschlossen

          Das britische Parlament hat den Gesetzesrahmen für den Brexit-Deal im Grundsatz gebilligt. Unmittelbar nach diesem Zwischenerfolg lehnte das Unterhaus jedoch den Zeitplan von Boris Johnson ab. EU-Ratspräsident Tust will eine Verlängerung der Brexit-Frist empfehlen.
          Der amerikanische EU-Botschafter Gordon Sondland vor einer Anhörung im Kongress

          Trumps Präsidentschaft : Erst Spender, dann Botschafter

          Ein Drittel aller von Donald Trump nominierten Botschafter scheint sich vor allem durch eines auszuzeichnen: großzügige Spenden an die Republikaner. Allerdings hat auch sein Vorgänger Barack Obama schon gerne Großspender in den diplomatischen Dienst berufen.
          Mal wieder Münchner Mitarbeiter des Abends: Robert Lewandowski

          3:2 in Piräus : Bayern retten sich ins Ziel

          Die Bayern geraten bei Olympiakos Piräus früh in Rückstand und unter Druck – aber auf Torjäger Lewandowski ist Verlass. Für die Münchner Abwehr gilt das beim 3:2-Sieg schon wieder nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.