https://www.faz.net/-gpf-8n8lf

Mexikos Präsident : „Unsere Beziehung endet nicht mit Trump“

  • Aktualisiert am

Offene Hände in Richtung Norden: Der mexikanische Präsident Nieto hat mit Donald Trump bereits telefoniert. Bild: AP

Der künftige amerikanische Präsident Trump hatte im Wahlkampf Mexikaner als Verbrecher bezeichnet und den Bau einer Grenzmauer angekündigt. Nach einem Telefonat mit ihm bemüht sich der mexikanische Präsident um eine gute Miene.

          1 Min.

          Die mexikanische Regierung will auch nach dem Wahlsieg von Donald Trump weiterhin eng mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten. „Wir sind Verbündete, Partner und Nachbarn“, sagte Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem künftigen amerikanischen Präsidenten Trump. Das Telefonat sei freundlich und respektvoll verlaufen.

          „Wir sind uns einig, dass wir auf ein Verhältnis des Vertrauen hinarbeiten müssen, denn unsere Länder sind füreinander wichtig“, sagte Peña Nieto. „Wenn es den Vereinigten Staaten gut geht, geht es Mexiko gut – und andersrum.“ Trump hatte im Wahlkampf Mexikaner als Verbrecher bezeichnet und für den Fall eines Wahlsiegs den Bau einer Grenzmauer angekündigt. Zudem will er das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu verhandeln und Einwanderer ohne Papiere abschieben.

          „Es öffnet sich ein neues Kapitel in der Beziehung zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten. Das bedeutet Veränderungen, Herausforderungen, bringt aber auch Chancen mit sich“, sagte Peña Nieto weiter. Er wolle sich noch vor Trumps Amtsantritt im Januar persönlich mit ihm treffen.

          Mexiko wirtschaftlich von Amerika abhängig

          Bereits im Wahlkampf hatte Peña Nieto den Republikaner Trump in Mexiko-Stadt empfangen. Die Einladung stieß in Mexiko allerdings auf großes Unverständnis und entwickelte sich zu einem PR-Desaster für den ohnehin unbeliebten Präsidenten Peña Nieto.

          „Unsere Beziehung endet nicht mit dem Triumph von Donald Trump“, sagte Außenministerin Claudia Ruiz Massieu im Fernsehsender Televisa. Mexiko bereite sich allerdings auf verschiedene Szenarien vor, beispielsweise die Aufnahme zahlreicher ausgewiesener Migranten. Die mexikanische Wirtschaft hängt stark vom amerikanischen Markt ab, der Großteil der in Mexiko produzierten Güter wird in den Norden importiert. Trumps protektionistischer Kurs könnte der mexikanischen Wirtschaft schaden.

          Schon vor Handelsbeginn traten Finanzminister José Antonio Meade und Notenbankchef Agustín Carstens vor die Presse, um die Anleger zu beruhigen. „Mexiko ist in einer starken Position, um den neuen Gegebenheiten zu trotzen“, sagt Meade. Die Märkte kamen am Mittwoch in Bewegung, das große Beben blieb allerdings aus. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt schloss mit einem Verlust von 2,27 Prozent, die mexikanische Währung verlor 7,65 Prozent und notierte zu Handelsschluss bei 19,9 Peso zum Dollar.

          Weitere Themen

          Von Reue fehlt bislang jede Spur

          Macrons Besuch im Libanon : Von Reue fehlt bislang jede Spur

          In Beirut wird Emmanuel Macron wie ein Heilsbringer empfangen. Frankreichs Präsident verspricht Hilfe – und mahnt Reformen an. Doch nichts deutet darauf hin, dass in der Politik des Libanon eine neue Ära beginnt. Am Abend werden 16 Hafenmitarbeiter festgenommen.

          Topmeldungen

          Noch darf gereist werden: Eine Sprecherin steht im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens.

          Wirtschaftsrat der CDU : Verbot von Reisen in Risikogebiete gefordert

          Ob Amerika oder Indien, Israel, Südafrika oder die Türkei – die meisten Staaten gelten derzeit als Corona-Risikogebiete. Dorthin reisen darf man aber noch. Schluss damit, fordert ein CDU-naher Verband. Sonst drohe ein neuer Lockdown.

          Macrons Besuch im Libanon : Von Reue fehlt bislang jede Spur

          In Beirut wird Emmanuel Macron wie ein Heilsbringer empfangen. Frankreichs Präsident verspricht Hilfe – und mahnt Reformen an. Doch nichts deutet darauf hin, dass in der Politik des Libanon eine neue Ära beginnt. Am Abend werden 16 Hafenmitarbeiter festgenommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.