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Melania Trump : „Es gibt viel Liebe in der Familie“

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Donald Trump begleitet seine Frau Melania auf die Bühne des Parteitags in Clevlend. Bild: AP

Zum Auftakt des Nominierungsparteitags in Cleveland lässt Donald Trump seine Ehefrau Melania für ihn sprechen. Die erzählt von Liebe und Mitgefühl – an einem Abend, an dem es sonst vor allem um Härte und Wut geht.

          Es ist ja nicht so, dass die Stimmung bei einem republikanischen Parteitag schlecht wäre, im Gegenteil: Beschwipste Delegierte tanzen im Sitzungssaal zu guter Live-Musik, es wird gebetet, die Nationalhymne gesungen und viel gekreischt und gejauchzt. Der Lautstärkepegel ist so hoch wie die Erwartungshaltung: Wer hier bestehen will, sollte eine gute Show liefern, vor allem aber sollte er auf die Gefühle seines Publikums eingehen.

          Das Gefühl, das an diesem ersten Abend des insgesamt viertägigen Nominierungs-Parteitags in Cleveland bei den Delegierten vorzuherrschen scheint, ist, zumindest wenn es um Politik geht, Wut. Wut auf illegale Einwanderer, Wut auf „Black Lives Matter“-Demonstranten, Wut auf die, die Amerika klein reden. Wut auf Hillary Clinton, die viele im Saal für alles verantwortlich machen, was in ihren Augen in ihrem Land und der Welt falsch zu laufen scheint.

          „Ich gebe Hillary persönlich die Schuld für den Tod meines Sohnes“, sagt Patricia Smith, Mutter eines in Libyen getöteten amerikanischen Diplomaten. „Eine Stimme für Hillary setzt das Leben all unserer Kinder aufs Spiel“, sagt Mary Ann Mendoza, deren Sohn bei einem Autounfall mit einem betrunkenen Geisterfahrer getötet wurde, der ohne gültigen Aufenthaltsstatus in den Vereinigten Staaten gelebt hatte. „USA, USA, USA“ ruft die aufgebrachte Menge.

          Sicherheit ist das Thema des Tages in Cleveland. Nur Donald Trump könne es mit Amerikas Feinden aufnehmen, sind sich fast alle hier einig. Ganz gleich ob es sich bei diesen Feinden nun um islamistische Terroristen, Polizistenmörder oder liberale Politiker handelt, die die Notwendigkeit einer Mauer an der Grenze zu Mexiko nicht einsehen wollen. Nur Trump, der starke Typ, der „tough guy“, könne die Amerikaner nachts wieder ruhig schlafen lassen.

          Und dann kommt der Auftritt von Melania, Trumps Frau, angekündigt vom Ehemann selbst. In ihrer Ansprache geht es nur am Rande um Sicherheitspolitik, vielmehr beschreibt die gebürtige Slowenin in holprigem Englisch den Menschen Donald Trump, der, das könne sie versichern, „sehr bewegt“ sei angesichts der „großen Ehre“, amerikanischer Präsident werden zu können. „Er wird euch niemals im Stich lassen.“

          Während die anderen Redner vor ihr vor allem die Härte und Unnachgiebigkeit von Trumps Charakter hervorheben, betont Frau Trump das große Herz ihres Mannes. Ihr Donald, auch das könne sie versprechen, werde sich für alle Amerikaner einsetzen, ganz gleich welcher Herkunft und welcher Einkommensklasse. „Es gibt viel Liebe in der Trump-Familie, das ist unser Band und unsere Stärke.“

          Kaum hat sie fertig gesprochen, ertönt Musik aus den Lautsprechern, „We are the Champions“ von Queen. „Donald Trump ist kein Messias, Donald Trump ist ein Mensch“, hatte der Schauspieler Scott Baio, einer der ersten Wutredner des Abends, gesagt. Das hätte auch Melania nicht schöner sagen können.

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